🛡️ Heer-Chef setzt auf Sofortbereitschaft – doch Freuding mahnt: Lücken schließen, Tempo erhöhen

📰 Inspekteur betont Einsatzbereitschaft Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, betont die unmittelbare Einsatzbereitschaft der deutschen Landstreitkräfte – „bereit für den Fight tonight“ – und verbindet dies mit dem nüchternen Hinweis auf fortbestehende personelle und materielle Defizite. Zugleich ruft er zu größerer Eile beim Schließen von Fähigkeitslücken auf und warnt, die sicherheitspolitische Lage dulde keinen Verzug.

🧭 Einordnung und sicherheitspolitischer Kontext Freuding, seit 2025 an der Spitze des Heeres, ordnet seine Aussagen in den Kurs der Steigerung der Einsatzbereitschaft ein. Er stellt klar, dass ein möglicher konventioneller Konflikt mit Russland in Logik, Intensität und Zielsetzung nicht mit dem Abwehrkampf der Ukraine gleichzusetzen wäre. Im Kern gehe es darum, die Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses verlässlich herzustellen – politisch, personell und industriell hinterlegt.

🛡️ Vier Schwerpunkte des Heeres Im Interview skizziert Freuding vier Schwerpunkte für das Heer:

  • Rasche Erhöhung der Einsatzbereitschaft auf dem Weg zur Kriegstüchtigkeit.
  • Aufwuchs der Truppe auf Basis des neuen Wehrdienstgesetzes.
  • Nutzung technologischer Innovationen – ausdrücklich auch „von unten“ durch taktische Führer.
  • Werteorientierte Führungskultur, die innere Festigkeit und Gefechtsbereitschaft verbindet.

⏱️ „Fight tonight“ als Anspruch und Realität Die Formel „Fight tonight“ versteht Freuding als Anspruch, binnen Stunden reaktionsfähig zu sein. Gleichzeitig verschließt er die Augen nicht vor Engpässen bei Material, Ausbildung und Durchhaltefähigkeit – der Anspruch bleibt, die Lücken realistisch zu benennen und systematisch zu schließen.

🇺🇦 Ukrainekrieg als Prüfstein der Durchhaltefähigkeit Mit Blick auf den weiteren Verlauf des Krieges in der Ukraine hebt Freuding die Bedeutung langer Atemfähigkeit hervor. Der Abnutzungskrieg mache kontinuierliche Militärhilfe der Partner – auch Deutschlands – zur entscheidenden Größe für Kiews Erfolgsaussichten.

🏭 Politische und industrielle Absicherung Die Botschaft ist zweigeteilt: Das Heer signalisiert Bereitschaft, doch diese Bereitschaft muss politisch und industriell abgesichert werden. Konservative Haushalts- und Rüstungsdisziplin, verlässliche Beschaffungswege, der zügige Aufbau kritischer Fähigkeiten sowie ein realistischer Personalaufwuchs sind die Voraussetzung, damit aus der Formel „Fight tonight“ belastbare Abschreckung wird.

📌 Dringlichkeit und Prioritätensetzung Freuding drängt auf Tempo beim Schließen von Fähigkeitslücken – die Lage lasse keinen Aufschub zu. Wer Verteidigung ernst meint, muss Prioritäten setzen und liefern; nur so entsteht eine verlässliche Abschreckung, die auf Bereitschaft, Durchhaltefähigkeit und glaubwürdige Unterstützung im Bündnis fußt.

🗨️ 🗨️ Kommentar der Redaktion Die Redaktion unterstützt Freudings nüchternen Kurs: Bereitschaft ist kein Selbstzweck, wenn Material, Ausbildung und Personal nicht Schritt halten. Der Appell zu Disziplin in Haushalt und Beschaffung ist überfällig und muss konsequent umgesetzt werden. Statt Wunschkatalogen braucht es klare Prioritäten und rasche, verlässliche Entscheidungen. Wer jetzt zaudert, riskiert die Glaubwürdigkeit der Abschreckung und verschiebt notwendige Härten in die Zukunft. Das Heer sendet das richtige Signal – die Politik hat die Pflicht, es mit Taten zu hinterlegen.

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