đ° Schulterschluss der Landeshauptstädte
đ§ In einem parteiĂźbergreifenden Schreiben wenden sich die OberbĂźrgermeisterinnen und OberbĂźrgermeister der deutschen Landeshauptstädte an Bundeskanzler Friedrich Merz. Sie verlangen eine Neuordnung der kommunalen Finanzen und warnen vor einer Erosion kommunaler Handlungsfähigkeit. Der Schulterschluss reicht von Kiel bis MĂźnchen und sendet ein ungewĂśhnlich klares Signal aus der kommunalen Ebene in Richtung Berlin.
đ Wachsende Lasten und schwindende Spielräume
âď¸ Seit Jahren tragen die Städte eine wachsende Last aus bundespolitischen BeschlĂźssen, von sozialen Verpflichtungen bis hin zu bundesweit aufgelegten Programmen. In der Praxis fĂźhrt das zu engeren finanziellen Spielräumen, aufgeschobenen Investitionen und härteren Prioritätensetzungen. Der Brief versteht sich als Weckruf: Nicht Sonderprogramme, sondern belastbare, dauerhafte Regeln sollen die kommunale Ebene wieder plan- und leistungsfähig machen.
đ Kernforderung: Verbindliche Konnexität
đ§Š Kernaussage des Appells ist das Prinzip âWer bestellt, muss bezahlenâ. Neue gesetzliche Aufgaben des Bundes sollen kĂźnftig automatisch und vollständig kompensiert werden â nicht als Kann-Bestimmung, sondern als verbindliche Finanzierungsregel, die jedem Gesetzentwurf hinterlegt wird.
đś Wiedergutmachung fĂźr nicht gegenfinanzierte Vorhaben
đ§ Die Städte verlangen eine Wiedergutmachung fĂźr bereits beschlossene, aber nicht gegenfinanzierte MaĂnahmen. Zur Debatte stehen eine ErhĂśhung des kommunalen Umsatzsteueranteils oder eine echte Aufgabenentlastung, wenn der Bund die Finanzierung nicht sicherstellt.
đ ĂPNV als Brennpunkt
đ¤ď¸ Besonders im Blick steht der Ăśffentliche Personennahverkehr: Entscheidungen wie das Deutschlandticket haben die LĂźcke zwischen Angebotserwartung und realer Finanzierung vergrĂśĂert. Die OberbĂźrgermeister sehen akuten Handlungsbedarf, um Leistungsabbau und Investitionsstaus zu vermeiden.
đ¤ ParteiĂźbergreifende Initiative
đď¸ Die Initiative wurde aus der Mitte der Landeshauptstädte heraus organisiert und trägt parteiĂźbergreifend. Unterzeichner aus SPD, CDU, GrĂźnen, FDP und Parteilosen betonen, dass es nicht um Parteitaktik, sondern um die Funktionsfähigkeit der Städte geht.
đŁ BĂźndelung wiederholter Warnungen
𧹠Der Schulterschluss folgt auf wiederholte Hinweise aus den Kommunen, dass immer neue Aufgaben ohne dauerhafte Gegenfinanzierung die kommunale Ebene strukturell ßberfordern. Der Brief bßndelt diese Kritik und ßbersetzt sie in klar adressierte Forderungen an Kanzleramt und Länder.
𧎠Konsequenzen fßr Bund und Länder
𧡠Die Botschaft ist unmissverständlich: Ein stabiles Gemeinwesen braucht verlässliche Finanzierungsregeln statt Ad-hoc-Paketen. Wer politische Leistungen bestellt, muss sie dauerhaft bezahlen â transparent, rechtssicher und ohne Kassenkredite als LĂźckenfĂźller.
- Bund: Prioritäten schärfen, Zuständigkeiten klären, Standards vor Verabschiedung ehrlich gegenfinanzieren.
- Länder: Kommunale Spielräume sichern, statt Aufgaben nach unten durchzureichen.
đ Ordnung, Disziplin, Vertrauen
đď¸ Nur mit klaren Regeln lassen sich Daseinsvorsorge, Investitionen und Haushaltsdisziplin zusammenbringen. So kann das Vertrauen der BĂźrger in die Handlungsfähigkeit des Staates bewahrt werden.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion
đĄď¸ Die kommunale Ebene setzt den richtigen Schwerpunkt: Ohne harte Konnexität bleibt jede Reform Makulatur. Ad-hoc-Projekte und politisch gesetzte Standards ohne solide Gegenfinanzierung hĂśhlen Strukturen aus â das Deutschlandticket illustriert die Fehlsteuerung. Der Kanzler ist gefordert, eine verbindliche Finanzarchitektur zu schaffen, die Planbarkeit und Disziplin durchsetzt. Die Länder mĂźssen aufhĂśren, Aufträge nach unten zu delegieren, ohne Mittel zu liefern. Wer das Gemeinwesen ernst nimmt, setzt auf klare Zuständigkeiten, schlanke Standards und die eiserne Regel: Wer bestellt, bezahlt.


