Kopenhagen/Moskau. Ein historischer Schritt: Zum ersten Mal in seiner Geschichte rüstet Dänemark mit Langstrecken-Präzisionswaffen auf. Regierungschefin Mette Frederiksen spricht von einem „Paradigmenwechsel“ – der Kreml dagegen von „Wahnsinn“.
🔎 Abschreckung gegen Russland
Die dänische Regierung will mit dem Kauf moderner Raketen und Drohnen eine glaubwürdige Abschreckung erreichen. Frederiksen:
„Russland wird auf Jahre hinaus die Sicherheit in Dänemark und Europa bedrohen.“
Ziele sollen künftig auch in großer Entfernung bekämpft werden können – insbesondere feindliche Raketenstellungen.
Obwohl Geheimdienste derzeit kein unmittelbares Risiko für einen russischen Angriff auf Dänemark sehen, macht die Regierung klar: Die Bedrohungslage ist real.
🎯 Welche Waffen kommen?
Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen kündigte an, die Beschaffung werde sich an Systemen orientieren, die andere NATO-Verbündete bereits einsetzen – darunter moderne Drohnen oder Marschflugkörper.
Die Entscheidung über Waffentypen, Kosten und Zeitplan steht noch aus. Klar ist: Der Schritt folgt auf eine massive Aufrüstung. Erst vergangene Woche hatte Kopenhagen den Kauf neuer europäischer Flugabwehrsysteme für 7,8 Milliarden Euro angekündigt.
⚡ Moskau reagiert mit Drohung
Der russische Botschafter in Dänemark, Wladimir Barbin, bezeichnete die Entscheidung als „schieren Wahnsinn“ und schrieb auf Telegram:
„Niemand hat jemals daran gedacht, eine Atommacht offen zu bedrohen.“
Damit drohte Russland indirekt, Dänemark künftig als potenziellen Gegner einzustufen.
Frederiksen wertete diese Worte als klare Drohung:
„Russland versucht, Europa einzuschüchtern – doch wir lassen uns nicht einschüchtern.“
📝 Kommentar der Redaktion
Dänemarks Kurs zeigt: Europa rückt näher zusammen – und Moskau wird nervös. Wenn selbst ein traditionell zurückhaltendes Land wie Dänemark auf Langstreckenwaffen setzt, ist klar: Putins Drohkulisse wirkt nicht mehr.
Die Frage bleibt: Wann zieht Deutschland nach? Während andere Staaten Milliarden investieren, diskutiert Berlin noch. Sicherheit gibt es aber nicht zum Nulltarif.


