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Literatur und Friedenspolitik
Tamara Korber und der BSW-Landtagsabgeordnete Ingolf Huhn haben in der Christian-Weise-Bibliothek Zittau aus Texten Bertha von Suttners gelesen. Rund 20 Gäste kamen nach Angaben des Veranstalters zu der Lesung, zu der BSW-Landtagsabgeordneter Jens Hentschel-Thöricht eingeladen hatte.
Auf dem Programm standen Auszüge aus dem Antikriegsroman „Die Waffen nieder!“ sowie Passagen aus Suttners Briefwechsel mit Alfred Nobel. Korber und Huhn wechselten nach der Pressemitteilung zwischen den literarischen Texten und den persönlichen Zeugnissen. Im Mittelpunkt standen die Folgen des Krieges und Suttners Einsatz für Abrüstung und internationale Verständigung.
An die Lesung schloss sich laut Veranstalter eine Diskussion an. Die Gäste beschäftigten sich mit der Frage, welche Bedeutung Suttners Texte heute haben und wie viel Raum diplomatische Lösungen in der öffentlichen Debatte erhalten.
Hentschel-Thöricht verband die Veranstaltung mit einem Plädoyer für Verhandlungen. „Wer Verhandlungen fordert, darf nicht als naiv abgetan werden. Gerade wenn Spannungen wachsen, braucht es offene Gesprächskanäle und ernsthafte diplomatische Initiativen. Politik muss sich daran messen lassen, ob sie Menschen schützt und Frieden wahrscheinlicher macht“, erklärte er in der Mitteilung.
Diplomatie und Abrüstung seien für das BSW zentrale politische Anliegen. Hentschel-Thöricht schrieb auch Kunst und Kultur eine Rolle in der Auseinandersetzung mit Krieg und Frieden zu: Sie könnten menschliche Schicksale sichtbar machen, die hinter politischen Schlagworten und militärischen Strategien verschwänden.
„Die Waffen nieder!“ erschien 1889. Wie die biografische Darstellung des Nobelpreises erläutert, schildert der Roman die Kriegserfahrungen einer Frau; Suttner recherchierte dafür Kriege ihrer eigenen Zeit. Nach der Veröffentlichung engagierte sie sich verstärkt in der Friedensbewegung, besuchte internationale Kongresse und unterstützte den Aufbau von Friedensorganisationen.
1891 initiierte Suttner die Österreichische Friedensgesellschaft, deren Präsidentin sie über längere Zeit war. 1905 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Ihre Verbindung zu Alfred Nobel reicht über die in Zittau vorgelesenen Briefpassagen hinaus: Nach Darstellung des Nobelpreises beeinflusste sie seine Entscheidung, einen Friedenspreis in seinem Testament vorzusehen.
Den Bezug zur eigenen parlamentarischen Arbeit formulierte Hentschel-Thöricht in der Mitteilung so: „Bertha von Suttner erinnert uns daran, wohin die Gewöhnung an Krieg und militärisches Denken führen kann. Ihre Mahnung bleibt ein Auftrag – auch für uns als Abgeordnete“. Er dankte Korber, Huhn, der Christian-Weise-Bibliothek und den Gästen für die Lesung und das anschließende Gespräch.
Jens Hentschel-Thöricht / BSW-Fraktion im Sächsischen Landtag · „Die Waffen nieder!“: Zittauer Lesung setzt Zeichen für Frieden und Diplomatie · Pressemitteilung vom 18. Oktober 2026
NobelPrize.org · Bertha von Suttner – Biographical
NobelPrize.org · The Nobel Peace Prize 1901–2000