Zittauer Zeitung
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Strukturwandel in der Lausitz
Brandenburg und Sachsen haben erstmals gemeinsam Projekte aus dem Bundesprogramm STARK für die Lausitz präsentiert. Bei einer Netzwerkveranstaltung am 8. Oktober 2026 in Schwarzheide übergab die Präsidentin des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, Mandy Pastohr, Förderbescheide an vier Vorhaben aus beiden Ländern.
Die Bescheide gingen an die Geschäftsstelle des NET Zero Valley Lausitz, an das Projekt „UNESCO 5“, an das Smart Mobility Lab der Technischen Universität Dresden und an das Transferprojekt TRAIL. Rund 300 Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft nahmen an der Veranstaltung im BASF-Kulturhaus teil.
Bei der Übergabe waren außerdem Brandenburgs Staatskanzleichefin Kathrin Schneider und Sachsens Staatssekretär Sören Trillenberg vertreten. Das Treffen war die vierte Veranstaltung dieser Art der Wirtschaftsregion Lausitz und die erste, bei der Projekte aus Brandenburg und Sachsen gemeinsam im Mittelpunkt standen.
Das Smart Mobility Lab wird nach Angaben der TU Dresden vier Jahre lang mit mehr als 5,8 Millionen Euro unterstützt. Das Projekt soll Forschung, Bildung und Technologietransfer verbinden. Geplant sind unter anderem Verfahren zur sicheren Erprobung automatisierter Mobilität sowie Beteiligungs- und Bildungsangebote für die Bevölkerung in Hoyerswerda.
Auch die drei weiteren Empfänger decken unterschiedliche Aufgaben des Strukturwandels ab. NET Zero Valley Lausitz soll die Region als Standort klimafreundlicher Industrie entwickeln. „UNESCO 5“ verbindet Lausitzer Welterbe- und Biosphärenstandorte mit nachhaltiger Regionalentwicklung. TRAIL soll Wissen und Innovationen für den Wandel in der Region nutzbar machen. Die gemeinsamen Presseinformationen nannten für diese drei Bescheide keine einzelnen Fördersummen.
STARK steht für „Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerkstandorten“. Seit 2020 fördert das Bundesprogramm vor allem nicht-investive Projekte, die Voraussetzungen für den Wandel nach dem Kohleausstieg schaffen. Dazu zählen Forschung und Wissenstransfer, Bildung, Fachkräftegewinnung, regionale Netzwerke, Kultur, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung.
Für die brandenburgische Lausitz waren zum Zeitpunkt der Konferenz 59 STARK-Projekte mit einem Gesamtvolumen von 180,6 Millionen Euro bewilligt. Im sächsischen Teil des Lausitzer Reviers waren es 93 Projekte mit insgesamt 146 Millionen Euro. Zusammen ergibt das 152 Vorhaben mit 326,6 Millionen Euro.
Die verfügbaren Programmmittel liegen darüber: Für die brandenburgische Lausitz nennt die gemeinsame Bilanz einen Rahmen von 469,6 Millionen Euro. Für den sächsischen Teil der Lausitz stehen 361 Millionen Euro bereit; weitere 145,6 Millionen Euro entfallen auf das Mitteldeutsche Revier. Bewilligte Projektvolumen und verfügbarer Förderrahmen sind deshalb nicht miteinander gleichzusetzen.
Bei der Konferenz wurden außerdem bereits laufende Vorhaben vorgestellt. Sie reichen von der Wärmetransformation im Raum Spremberg, Hoyerswerda und Weißwasser über das geplante Einstein-Teleskop und die Entwicklung des Lausitzer Seenlandes bis zum Projekt „Jugend bewegt Regionen“. Damit soll der Strukturwandel wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Bereiche zugleich erreichen.
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