Zittauer Zeitung
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Kulturprojekt am Lauenareal
Mit einem symbolischen Spatenstich ist am 7. Oktober 2026 der Start für das Sorbische Wissensforum am Bautzener Lauenareal markiert worden. Das Vorhaben ist nach Angaben der Stiftung für das sorbische Volk ihr bisher größtes Bauprojekt. Der eigentliche Beginn der Bauarbeiten für den ersten Abschnitt ist im Frühjahr 2027 vorgesehen.
Zum Spatenstich kamen unter anderem Ministerpräsident Michael Kretschmer, Kulturministerin Barbara Klepsch, Stiftungsdirektor Jan Budar, Landrat Udo Witschas und Bautzens Oberbürgermeister Karsten Vogt. Der Standort liegt nahe dem Wendischen Haus, das 1945 zerstört wurde und für die Geschichte des sorbischen Lebens in Bautzen eine besondere Bedeutung besitzt.
In den neuen Komplex sollen 2030 das Sorbische Museum mit einer neuen Dauerausstellung und einem Trachtendepot sowie das Sorbische Institut einziehen. Zum Institut gehören das Sorbische Kulturarchiv und die Sorbische Zentralbibliothek. Forschung, Bewahrung und Vermittlung der sorbischen Kultur sollen dadurch erstmals an einem gemeinsamen Standort gebündelt werden.
Das Projekt soll moderne, barrierefreie und fachgerechte Räume schaffen. Neben Magazinen und Arbeitsbereichen sind öffentlich zugängliche Angebote vorgesehen. Die neue Dauerausstellung des Museums soll sorbische Sprache, Geschichte und Kultur zeitgemäß vermitteln. Der Entwurf stammt vom Münchner Architekturbüro bogevischs buero.
Die räumliche Nähe der Einrichtungen soll kurze Wege zwischen Sammlungen, Forschung und Vermittlung schaffen. Archiv- und Bibliotheksbestände können dann am selben Standort wissenschaftlich genutzt werden, an dem das Museum seine Ausstellungen vorbereitet. Für Besucher soll daraus ein gemeinsamer Zugang zur sorbischen Geschichte und Gegenwart entstehen.
Bevor die regulären Bauarbeiten beginnen, untersuchen Archäologen einen Teil des Geländes zwischen Lauengraben und Alter Posthalterei. Dort sollen später unterirdische Magazine entstehen. Probebohrungen ergaben Hinweise auf Reste einer frühmittelalterlichen Siedlung in etwa 1,5 Metern Tiefe. Die Ausgrabungen sollen bis Weihnachten abgeschlossen werden.
Die Baugenehmigung für den ersten Bauabschnitt lag Anfang September vor. Er umfasst das Hillersche Ensemble an der Ecke Äußere Lauenstraße und Goschwitzstraße. Nach den Ausschreibungen sollen die eigentlichen Arbeiten dort im Frühjahr 2027 beginnen. Der Spatenstich kennzeichnet damit einen politischen und organisatorischen Meilenstein, noch nicht den vollständigen Baustart.
Für das Gesamtvorhaben stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Angaben der Stiftung stammen 90 Prozent aus Bundesmitteln des Strukturstärkungsgesetzes; den Eigenanteil von zehn Prozent übernimmt der Freistaat Sachsen. Der erste Bauabschnitt wird mit rund 14,6 Millionen Euro aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen unterstützt.
Wegen gestiegener Kosten hatte die Stiftung die Planung bereits angepasst. Ende 2025 lag der überarbeitete Plan bei 47,5 Millionen Euro; die Obergrenze blieb bei 50 Millionen Euro. Die Entwicklung des Kostenrahmens bleibt deshalb ein wesentlicher Punkt für die weiteren Bauphasen. Grundlage für die gemeinsame Vorbereitung des Wissensforums ist eine Vereinbarung von Stiftung, Freistaat Sachsen und Landkreis Bautzen aus dem Jahr 2020.
Sächsische Staatsregierung · Baustart für das Sorbische Wissensforum stärkt Bautzen als Zentrum sorbischer Kultur
Sorbisches Institut · Baustart für das Sorbische Wissensforum stärkt Bautzen als Zentrum sorbischer Kultur