📈 Lage in Sachsen In Sachsen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im ersten Halbjahr 2025 deutlich gestiegen: Das Innenministerium meldet 1.176 Fälle, ein Plus von 17,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der entstandene Schaden summiert sich auf knapp 2,9 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 34,6 Prozent entspricht. Beides markiert den höchsten Stand seit drei Jahren und unterstreicht eine spürbare Verschärfung der Lage. Die Polizei verweist auf erhebliche materielle und psychische Belastungen für die Betroffenen.
🧮 Entwicklung und Vergleich Bereits 2023 hatte sich die Entwicklung eingetrübt: 2.236 Wohnungseinbruchdiebstähle wurden registriert, der zweite Anstieg in Folge. Die Aufklärungsquote lag bei rund 24 Prozent. Zugleich blieben 43,5 Prozent der Taten im Versuch stecken, was die Wirksamkeit technischer Sicherungen und präventiver Beratung nahelegt. Die Kombination aus steigenden Fallzahlen und vergleichsweise niedriger Aufklärung verdeutlicht, dass Prävention und zielgerichtete Ermittlungsarbeit gleichrangig verstärkt werden müssen.
🔍 Tatgelegenheiten und typische Fehler Laut Polizei erleichtern Sorgfaltsfehler das Vorgehen der Täter. Als bevorzugte Einstiegspunkte gelten gekippte Fenster. Empfohlen wird zudem, Haus- und Wohnungstüren stets doppelt abzuschließen, keine Ersatzschlüssel an offensichtlichen Orten zu deponieren und Hinweise auf längere Abwesenheit – etwa über soziale Medien oder überquellende Briefkästen – zu vermeiden.
- Fenster nicht gekippt lassen
- Türen doppelt abschließen
- Keine Ersatzschlüssel außen deponieren
- Abwesenheit nicht öffentlich machen und Briefkasten leeren lassen
🛡️ Beratung und Technik Landesweit bieten die Polizeidirektionen kostenlose Beratungen an. Der Fokus liegt auf geprüfter Sicherungstechnik, richtigem Verhalten und nachrüstbaren Lösungen für Fenster und Türen. Der jüngste Halbjahresanstieg und die überdurchschnittlich hohe Schadenssumme zeigen zugleich, dass viele Täter weiterhin erfolgreich zugreifen – vor allem dort, wo einfache Schutzmaßnahmen fehlen.
🏛️ Konsequenzen für die Sicherheitsstrategie Der erneute Anstieg der Einbruchsdelikte ist ein Warnsignal. Ein konservativer Blick auf innere Sicherheit verlangt, Ressourcen klar zu priorisieren: mehr zielgerichtete Fahndung nach Serien- und Bandenstrukturen, konsequente Strafverfolgung, engere länderübergreifende Zusammenarbeit – und parallel eine niedrigschwellige Präventionsoffensive vor Ort. Eigentümer und Mieter sind zugleich gefordert: Wer in geprüfte Sicherungstechnik investiert und elementare Verhaltensregeln verinnerlicht, senkt nachweislich das Risiko. Der Staat muss die Rahmenbedingungen setzen; wirksam werden sie erst im Zusammenspiel mit einer sicherheitsbewussten Zivilgesellschaft.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Zahlen sind ein unübersehbares Alarmsignal für den Freistaat. Sicherheit ist Kern staatlicher Verantwortung und duldet keine Verwässerung durch politische Ablenkungsdebatten. Jetzt braucht es harte Prioritäten: Fahndung nach Serien- und Bandenstrukturen, konsequente Strafverfolgung und engere länderübergreifende Zusammenarbeit – flankiert von sichtbarer Prävention vor Ort. Zugleich liegt Verantwortung bei Eigentümern und Mietern: Wer Technik nachrüstet und Grundregeln befolgt, verringert das Risiko erheblich. Sicherheit entsteht, wenn Staat klare Kante zeigt und Bürger mitziehen.


