đ° Ăberblick Am Dienstag, 11. November 2025, hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten der Musikschule Dreiländereck in LĂśbau/Zittau zu einer ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Betroffen waren alle Beschäftigtengruppen, einschlieĂlich der Auszubildenden. Um 13 Uhr versammelten sich Streikende zu einer Kundgebung vor dem Sitz der Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft in LĂśbau, zu der die Musikschule gehĂśrt.
đŻ Ziel und Strategie Mit dem geschlossenen Warnstreik Ăźber den gesamten Arbeitstag sollte die Unterrichtssituation spĂźrbar getroffen und die Verhandlungsbereitschaft erhĂśht werden. Die Aktion zielte auf Sichtbarkeit und setzte ein Signal an die Trägerseite, den festgefahrenen Konflikt zu lĂśsen.
đ§ž Forderungen von ver.di Ver.di verlangt einen Haustarifvertrag, der die Entlohnung schrittweise an das Niveau des Tarifvertrags fĂźr den Ăśffentlichen Dienst (TVĂśD) heranfĂźhrt. Die Gewerkschaft verweist auf BemĂźhungen seit 2016; ein 2020 erarbeiteter Tarifentwurf blieb ohne Konsequenzen.
đ¤ Verhandlungsstand Die letzte Verhandlungsrunde im Juni 2025 brachte keinen Durchbruch. Konkrete Zusagen wurden nicht bekannt, und ein neuer Termin lag zunächst nicht vor.
âď¸ Positionen der Parteien Nach Angaben des ver.di-VerhandlungsfĂźhrers liegen die BezĂźge der Lehrkräfte rund 30 Prozent unter TVĂśD-Niveau. Die Arbeitgeberseite verweist auf fehlende Mittel aus Landes- und Kreishaushalt und sieht aktuell keinen finanziellen Spielraum fĂźr eine Tarifbindung.
đŁ Adressat des Protests Die Kundgebung in LĂśbau richtete sich ausdrĂźcklich an die Kultur- und Weiterbildungsgesellschaft als Trägerin der Musikschule. Aus Sicht der Beschäftigten seien Kompromissvorschläge abgewehrt worden, während die Arbeitgeberseite auf zusätzliche Finanzierung als Voraussetzung fĂźr Tarifschritte pocht.
đ Ausblick und Ungewissheiten Ob und wann neue Gespräche stattfinden, blieb offen. Beide Seiten stehen unter Zugzwang, die Eskalation nicht weiter zu treiben und zeitnah eine belastbare Grundlage fĂźr weitere Verhandlungen zu schaffen.
𧊠Einordnung und Fazit Der Konflikt steht exemplarisch fßr den Spagat kommunalnaher Einrichtungen zwischen tariflichen Ansprßchen und knapper Kassenlage. Fßr die langfristige Sicherung kultureller Bildung braucht es verlässliche, transparente Finanzierung und zugleich Augenmaà bei Verpflichtungen, die Haushalte dauerhaft binden. Gefordert ist eine stufenweise, haushaltsfeste LÜsung, die Qualität und Verlässlichkeit des Unterrichts im Landkreis GÜrlitz wahrt.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion Tarifziele dĂźrfen die Finanzierbarkeit nicht Ăźberholen. Ohne gesicherte Mittel aus Landes- und Kreishaushalt wären neue, dauerhaft bindende Zusagen politisch unklug und fiskalisch riskant. Ein stufenweiser, strikt haushaltsfester Pfad ist der einzig verantwortliche Weg; Maximalforderungen und ganztägige Ausfälle an Bildungseinrichtungen untergraben Verlässlichkeit fĂźr Familien. Beide Seiten sollten sofort an den Tisch zurĂźckkehren, mit klarer Priorität fĂźr Stabilität und Planungssicherheit. Kulturelle Bildung braucht Ordnung und Berechenbarkeit, nicht symbolische Eskalation.


