🎬 Zehn Jahre QueerCinemaWeek: Görlitzer Programmkino setzt ein kulturpolitisches Zeichen

🎬 Jubiläum und Motto Vom 13. bis 19. November 2025 feiert die Queer Cinema Week im CamilloKino in Görlitz ihr zehnjähriges Bestehen. Unter dem Motto „Queer im Konflikt / Queer in Conflict“ werden neun aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, ergänzt durch Lesungen, Performances, Konzerte und eine Ausstellung. Der Eintritt ist frei.

🏛️ Ort und Rahmen Die Veranstaltungswoche findet vollständig im CamilloKino statt und betont damit die Rolle des Hauses als regionaler Kulturträger. Traditionell richtet das Kino die QueerCinemaWeek im November aus und lädt grundsätzlich ohne Eintrittsgebühr ein – ein niederschwelliger Zugang, der Sichtbarkeit und Reichweite in den Mittelpunkt stellt.

🏆 Wettbewerb Neisse-Q-Shorts Ein programmatischer Schwerpunkt ist erneut der Kurzfilmwettbewerb „Neisse-Q-Shorts“. Vergeben werden ein Jury- und ein Publikumspreis; beide sind mit je 1.500 Euro dotiert. Neben dem Wettbewerb bilden Filmvorführungen, Lesungen und musikalische Beiträge den Rahmen, der das Kinoformat mit Kulturveranstaltungen vor Ort verzahnt.

🧩 Anspruch und Umfeld Nach Angaben der Veranstalter ist die Reihe das einzige LGBTIQA*-Filmfestival in Ostsachsen und zugleich das einzige in Sachsen mit eigenen Filmeinreichungen. Zugleich versteht sich das Festival als Ausdruck queerfeministischen Engagements in einem Umfeld, das von den Organisatoren als zunehmend von rechter Stimmungsmache geprägt beschrieben wird. Diese Selbstverortung erklärt den klar gesellschaftspolitischen Anspruch der Woche; die Einordnung dürfte im Publikum und in der Region kontrovers diskutiert werden.

🚪 Zugang und Publikum Organisatorisch setzt das Haus auf Offenheit: „Alle sind willkommen“. Diese Niedrigschwelligkeit ist im ländlich geprägten Ostsachsen ein strategischer Bestandteil, um neue Zielgruppen anzusprechen und Debatten in den Saal zu holen.

🎯 Ausblick und Bewertung Zehn Jahre nach dem Start präsentiert sich die Görlitzer QueerCinemaWeek als thematisch zugespitztes Festival zwischen Kulturangebot und gesellschaftspolitischer Setzung. Der kuratorische Rahmen „Konflikt“ verspricht Reibung und Resonanz – künstlerisch wie inhaltlich. Ob das Konzept mehr verbindet als trennt, wird sich an der Publikumsakzeptanz und der inhaltlichen Breite der Beiträge zeigen. Klar ist: Mit freiem Eintritt, Wettbewerbsformat und sichtbarer Positionierung setzt das CamilloKino ein markantes Zeichen im ostsächsischen Kulturkalender.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die klare gesellschaftspolitische Rahmung der Woche ist erklärtes Programm; sie birgt zugleich das Risiko, das kulturelle Anliegen einem aktivistischen Anspruch unterzuordnen. Kultur sollte zuerst durch Werke und Qualität überzeugen, nicht durch Gesinnungszuschreibungen. Wenn ein Festival im ländlich geprägten Ostsachsen Debatten „in den Saal holen“ will, muss es gleichermaßen Offenheit für abweichende Perspektiven gewährleisten. Entscheidend wird sein, ob das Motto „Konflikt“ den Dialog fördert oder die Lager vertieft. Freier Eintritt und Wettbewerb sind begrüßenswert, doch Maß und Ausgewogenheit sollten Leitlinien bleiben.

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