Besuch auf vier Pfoten 🐾: Hunde bringen Nähe und Erinnerung in Görlitzer Pflegeheime

🐾 Einleitung In Görlitz sorgen Besuchshunde für stille, aber nachhaltige Momente. Eine ehrenamtliche Hundeführerin des ASB besucht mit ihrer Hündin „Rosa“ seit zwei Jahren regelmäßig Pflegeeinrichtungen. Die Begegnungen lösen bei Bewohnerinnen und Bewohnern, darunter Menschen mit Demenz, Erinnerungen und Gefühle aus – mehr als bloße Unterhaltung am Rande des Pflegealltags.

🏥 Beobachtungen vor Ort Im ASB-Gemeinschaftsraum der Kurzzeitpflege in Görlitz-Rauschwalde folgt ein demenzkranker Mann der Hündin aufmerksam mit den Blicken. Ein anderer Gast kommentiert den Hundenamen, eine Seniorin erinnert sich an frühere Dackel im eigenen Haushalt. Genau diese Brücken in die Biografie sollen die Besuche schlagen.

🐶 Team und Methode Rosa ist als „Besuchshund“ ausgebildet und wird von ihrer Halterin, Dorothea Schmidt, geführt. Ziel ist es, über Berührung, Rituale und kurze gemeinsame Sequenzen positive Emotionen zu wecken – und so Gespräche und Teilhabe zu fördern.

📍 Einsatzorte Das Duo ist nicht nur in ASB-Einrichtungen unterwegs, sondern auch im Martinshof in Rothenburg, in DRK-Häusern in Görlitz und Löbau sowie in einer Depressionsgruppe in Zittau.

🧠 Forschungslage Tiergestützte Angebote gelten als niederschwellige Ergänzung in der Altenhilfe. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Einsätzen bei Demenz fand Hinweise niedriger Sicherheit auf leicht verringerte Depressionssymptome, jedoch keine belastbaren Effekte auf Lebensqualität, Sozialfunktion oder Alltagsfähigkeiten. Klare Aussagen zu Risiken und zum Tierschutz fehlen, weitere methodisch saubere Studien sind notwendig.

🧭 Praxisbedeutung Der Nutzen kann individuell spürbar sein, ersetzt aber keine professionelle Therapie und keine strukturellen Verbesserungen in der Pflege.

⚙️ Leitplanken für den Einsatz Besuchshunde können den Pflegealltag menschlicher machen – vorausgesetzt, Einsätze sind klar gerahmt, Tiere und Menschen werden fachkundig begleitet, und die Angebote verstehen sich als Ergänzung, nicht als Ersatz für Personal oder Therapie.

🎯 Messbare Ziele und Tierschutz Vor dem Hintergrund der bislang begrenzten Evidenz empfiehlt sich ein pragmatischer, konservativer Ansatz: standardisierte Ziele definieren, Wirkung und Belastung einfach messen, Tierschutz konsequent beachten und Angebote verstetigen, wenn sie für die Betroffenen spürbar Gewinn bringen.

  • Stimmung
  • Antrieb
  • Interaktion

🔮 Ausblick Die Eindrücke aus Görlitz zeigen, dass bereits kurze, gut geführte Begegnungen Türen zur eigenen Geschichte öffnen können – gerade dort, wo Worte selten geworden sind.

🗨️ Kommentar der Redaktion Besuchshunde sind kein Allheilmittel, aber ein nüchterner Zugewinn im Alltag der Pflege. Entscheidend sind klare Ziele, messbare Wirkung und der unbedingte Vorrang des Tierschutzes. Wer mit warmen Bildern Personallücken kaschieren will, handelt verantwortungslos. Angebote gehören streng gerahmt, evaluiert und nur dort verstetigt, wo ein belastbarer Nutzen für Betroffene sichtbar wird. Romantisierung hilft niemandem, solide Praxis und klare Standards schon.

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