🚨 Schock für die Lausitz: Der US-Konzern O-I schließt das traditionsreiche Glaswerk in Bernsdorf. Rund 100 Fachkräfte verlieren ihren Arbeitsplatz – und eine ganze Region ihre industrielle Identität.
150 Jahre Tradition vor dem Aus
Bernsdorf ist seit über anderthalb Jahrhunderten mit der Glasmacherei verbunden. Das Werk galt als Symbol für Fachwissen und Qualität „Made in Bernsdorf“. Für die Stadt ist die Entscheidung ein tiefer Einschnitt – wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Bürgermeister Harry Habel spricht von einem „herben Schlag“ für Familien und Unternehmen in der Region.
Wird der Westen bevorzugt?
Unter den Beschäftigten kursieren Gerüchte, wonach die Schließung in Bernsdorf einzig dazu dient, den Standort im niedersächsischen Rinteln zu retten. Offiziell bestätigt ist das nicht – doch allein die Spekulation sorgt für Wut und Verunsicherung. Denn: Warum soll ausgerechnet der Osten geopfert werden, während anderswo Arbeitsplätze bestehen bleiben?
Kritik aus Gewerkschaften
Auch die Gewerkschaft IGBCE schlägt Alarm. „Im Osten brauchen wir mehr Industriearbeitsplätze – nicht weniger!“, warnt Gewerkschaftssekretärin Vivian Madeja. Ihr Kollege Anis Ben-Rhouma ergänzt: „Gute Arbeit im Osten darf nicht weiter auf dem Rückzug sein.“ Beide fordern den Konzern auf, Alternativen vorzulegen und gemeinsam mit Politik und Betriebsrat um Lösungen zu ringen.
Konzern verteidigt Entscheidung
Konzernsprecher Stefan Weinmann verweist auf schwierige Marktbedingungen, hohen Wettbewerb und den Zwang zur „Optimierung“. Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro zwischen 2019 und 2020 seien nicht genug gewesen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Kommentar der Redaktion
❗️ Ein Schlag ins Gesicht für die Lausitz: Wieder einmal zeigt sich, wie skrupellos internationale Konzerne entscheiden. Da werden Millionen in den Osten investiert – nur um wenige Jahre später alles dichtzumachen. Während in Westdeutschland Werke offenbar weiterlaufen, wird der Osten geopfert. Die Folge: Verunsicherung, Arbeitslosigkeit, Abwanderung.
Wer glaubt, mit solchen Entscheidungen die Balance zwischen Ost und West zu verbessern, der irrt gewaltig. Die Politik muss endlich klare Kante zeigen – und internationale Konzerne in die Pflicht nehmen. Industrie darf nicht nur dort bestehen, wo es politisch opportun erscheint.


