Görlitz/Zittau. Heute beginnt in Görlitz eines der größten Kulturereignisse der Oberlausitz: Das internationale Straßentheaterfestival ViaThea startet am Donnerstag, 2. Juli 2026, in seine 30. Ausgabe. Bis Samstag verwandeln sich Straßen, Plätze, Parks, Höfe und Fassaden in Görlitz und Zgorzelec in offene Bühnen für Theater, Musik, Tanz, Akrobatik, Clownerie, zeitgenössischen Zirkus und Performancekunst.
Zum Jubiläum sind mehr als 200 Vorstellungen geplant. Über 20 Ensembles und Einzelkünstler aus mehreren Ländern treten auf, unter anderem aus Deutschland, Polen, Frankreich, Spanien, Portugal, Kanada, Neuseeland und Finnland. Der Eintritt ist an den rund 20 Auftrittsorten frei.
Auftakt im Klinikum und im Stadtpark
Der erste Festivaltag beginnt am heutigen Donnerstag zunächst mit einem Auftritt am Klinikum Görlitz, Haus P, von 15 bis 16 Uhr. Anschließend zieht das Festival in den Stadtpark Görlitz. Dort läuft das Programm von 17 bis 23.30 Uhr.
Damit startet ViaThea traditionell mit seinem Kulturpicknick im Stadtpark. Besucher können sich auf einen Abend unter freiem Himmel einstellen, bei dem Kunst nicht auf einer klassischen Bühne stattfindet, sondern mitten unter den Menschen.
30 Jahre Straßentheater in Görlitz
Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Zeichen seines Jubiläums. Die offizielle ViaThea-Seite spricht von einem „Jubiläum voller Magie“ und lädt vom 2. bis 4. Juli 2026 zu einer Reise durch die Kunst des Straßentheaters ein.
Die Stadt Görlitz bewirbt das Jubiläum unter dem Motto „30 Jahre ViaThea – Die Welt zu Gast in Görlitz und Zgorzelec“. Die Europastadt soll erneut als offener Kulturraum erlebbar werden.
Straßenparade als besonderer Höhepunkt
Ein besonderer Programmpunkt der Jubiläumsausgabe ist die erste große ViaThea-Parade. Am Samstag sollen rund 180 Teilnehmer vom Postplatz bis zum Obermarkt ziehen. Beteiligt sind nicht nur internationale Festivalkünstler, sondern auch Vereine, Initiativen, Unternehmen und engagierte Menschen aus der Region.
Die Parade soll ein Zeichen für Offenheit, Kreativität und kulturelle Vielfalt setzen. Gerade in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec passt dieses Signal besonders gut: Hier wird Kultur nicht nur gezeigt, sondern grenzüberschreitend gelebt.
Warum das Festival auch für Zittau interessant ist
Auch für Besucher aus Zittau, Löbau, Herrnhut, Oderwitz, Ebersbach-Neugersdorf, Großschönau und dem Zittauer Gebirge ist ViaThea ein lohnender Ausflugstipp. Görlitz ist eines der kulturellen Zentren der Oberlausitz, und das Festival zieht jedes Jahr tausende Besucher an.
Der Reiz liegt darin, dass ViaThea niedrigschwellig ist. Man braucht kein klassisches Theaterticket, keinen festen Sitzplatz und keine besondere Vorbereitung. Wer durch die Stadt geht, kann plötzlich Teil einer Aufführung werden. Genau das macht Straßentheater so besonders.
Größtes Open-Air-Kunstfest östlich von Dresden
ViaThea hat sich seit seiner Gründung 1995 zu einem der bekanntesten Straßentheaterfestivals Deutschlands entwickelt. Im Görlitzer Amtsblatt wurde das Festival als größtes Open-Air-Kunstfest in Sachsen östlich von Dresden bezeichnet.
Für Görlitz ist das Festival damit mehr als ein Kulturtermin. Es ist Stadtmarketing, Tourismusmagnet und ein Zeichen dafür, wie lebendig öffentlicher Raum sein kann, wenn Kunst, Publikum und Stadtbild zusammenkommen.
Kommentar
Heute beginnt in Görlitz nicht einfach ein Festival. Heute zeigt die Oberlausitz, dass Kultur auch ohne große Mauern, teure Eintrittskarten und steife Atmosphäre funktionieren kann.
ViaThea bringt Kunst dahin, wo die Menschen sind: auf Straßen, Plätze und in Parks. Genau das macht den Reiz aus. Man muss nicht erst Kultur suchen – man läuft ihr mitten in Görlitz über den Weg.
Für die Region ist das ein starkes Signal. Görlitz und Zgorzelec werden für drei Tage zur Bühne der Welt. Wer aus Zittau und dem Umland Zeit hat, sollte hinfahren. Solche Momente zeigen, wie viel Leben in der Oberlausitz steckt.


