Neue Projektideen für das Dreiländereck gesucht: Städteverbund Kleines Dreieck startet zweiten Aufruf für Mikroprojekte

Zittau/Bogatynia/Hrádek nad Nisou. Im Dreiländereck werden wieder neue Ideen gesucht. Der Städteverbund „Kleines Dreieck Bogatynia – Hrádek nad Nisou – Zittau“ startet die zweite Antragsrunde für Mikroprojekte zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Vereine, Schulen, Initiativen, Einrichtungen und Verbände aus den drei Städten können sich mit eigenen Projektideen bewerben.

Ziel ist es, Menschen aus Deutschland, Polen und Tschechien stärker miteinander zu verbinden. Gefördert werden kleine, konkrete Vorhaben aus den Bereichen Kultur, Sport, Bildung, Umwelt, Nachbarschaft, Kinder- und Jugendarbeit sowie gesellschaftlicher Austausch.

Erste Projekte bereits bewilligt

Am 26. Mai 2026 kam der sogenannte Trialog-Rat bereits zum zweiten Mal zusammen. Dabei wurden die ersten vier Mikroprojekte bewilligt, die nun gemeinsam von Partnern aus den drei Städten umgesetzt werden sollen.

Zu den geförderten Projekten gehören:

Akademie für grenzüberschreitende Prävention des Vereins Amazonki aus Bogatynia,

Internationale Miniliga der Schüler U11 des FK Slovan Hrádek nad Nisou,

Sporttag ohne Grenzen der Kita und Grundschule MŠ/ZŠ Loučná aus Hrádek nad Nisou,

sowie Traditionen im Dreiländereck des Kabinet Trojzemi aus Hrádek nad Nisou.

Die Auswahl zeigt, wie vielfältig grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Alltag aussehen kann. Es geht nicht nur um große politische Projekte, sondern vor allem um Begegnungen zwischen Menschen: Kinder treiben gemeinsam Sport, Vereine arbeiten zusammen, Traditionen werden gepflegt und neue Kontakte entstehen.

Zweite Antragsrunde gestartet

Nun ruft der Städteverbund erneut zur Einreichung von Projektideen auf. Gesucht werden Vorhaben, die Bürgerinnen und Bürger aus mindestens zwei Städten des Kleinen Dreiecks zusammenbringen. Dabei können ganz unterschiedliche Themen im Mittelpunkt stehen.

Denkbar sind zum Beispiel gemeinsame Workshops, Jugendbegegnungen, Sportveranstaltungen, Kulturabende, Umweltaktionen, Nachbarschaftsprojekte, Bildungsangebote oder kleinere Feste mit grenzüberschreitendem Charakter.

Wichtig ist, dass das Projekt einen Nutzen für die Allgemeinheit hat und die Menschen vor Ort aktiv einbindet.

Wer kann sich bewerben?

Mitmachen können Vereine, Verbände, Initiativen, Schulen und Einrichtungen mit Sitz in Zittau, Bogatynia oder Hrádek nad Nisou.

Die Projekte sollen Menschen aus mindestens zwei Städten des Städteverbundes beteiligen. Damit soll der Austausch zwischen Deutschland, Polen und Tschechien weiter gestärkt werden.

Gerade für kleinere Vereine und Initiativen ist das Förderprogramm interessant, weil bereits kleine Ideen eine Chance auf Unterstützung haben. Nicht immer braucht es große Budgets, um Begegnung zu schaffen. Manchmal reichen ein gemeinsamer Aktionstag, ein Sportturnier, ein Kulturprojekt oder eine Bildungsfahrt.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Mikroprojekte mit einem Gesamtbudget zwischen 200 und 1.000 Euro. Zusätzliche Finanzierungsquellen können eingebunden werden.

Die eingereichten Projektideen werden vom Trialog-Rat bewertet. Dabei spielen mehrere Kriterien eine Rolle: der Nutzen für die Allgemeinheit, die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, ein realistischer Finanzierungsplan und die positive Wirkung für den Städteverbund Kleines Dreieck.

Die Frist für die Einreichung der Anträge endet am 31. August 2026.

Unterstützung bei Partnersuche und Antragstellung

Wer eine gute Idee hat, aber noch keinen Projektpartner in Polen oder Tschechien gefunden hat, kann sich an das Projektteam wenden. Die Geschäftsstellen unterstützen bei der Partnersuche und beraten bei der Entwicklung der Projektidee.

Auch Fragen zur Antragstellung können direkt geklärt werden. Damit soll die Teilnahme möglichst einfach gemacht werden – besonders für kleinere Initiativen, die bisher wenig Erfahrung mit Förderanträgen haben.

Weitere Informationen und die Antragsunterlagen gibt es unter:

www.trialog.vision

Hintergrund: Trialog im Dreiländereck

Der Städteverbund Kleines Dreieck Bogatynia – Hrádek nad Nisou – Zittau führte von 2022 bis 2025 das von der Robert Bosch Stiftung geförderte Bürgerbeteiligungsprojekt „Trialog im Dreiländereck“ durch.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Region nach dem Kohleausstieg gemeinsam gestaltet werden kann. Bürgerinnen und Bürger aus den drei Städten wurden nach ihren Ideen, Wünschen und Visionen befragt. Daraus entstanden insgesamt 152 konkrete Vorschläge in sieben Kategorien.

Die aktuelle Förderrichtlinie soll helfen, diese Vorschläge Schritt für Schritt in die Praxis zu bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei zivilgesellschaftliche Projekte, die das Dreiländereck lebendiger, offener und vernetzter machen.

Kontakt für Interessierte

Für Zittau ist Miroslava Lenzová von der Geschäftsstelle Städteverbund Ansprechpartnerin. Sie ist telefonisch unter +49 3583 752 171 oder per E-Mail unter kleines-dreieck@zittau.de erreichbar.

Für Hrádek nad Nisou steht Hedvika Zimmermannová unter +420 7232 55 696 oder trialog@muhradek.cz zur Verfügung.

Für Bogatynia ist Monika Sawicka unter +48 7577 25 270 oder wspolpraca@bogatynia.pl Ansprechpartnerin.

Fazit: Kleine Projekte, große Wirkung

Der zweite Aufruf für Mikroprojekte ist eine Chance für alle, die das Dreiländereck aktiv mitgestalten wollen. Gerade in einer Grenzregion wie Zittau, Bogatynia und Hrádek nad Nisou kommt es darauf an, Begegnungen nicht nur politisch zu beschwören, sondern praktisch möglich zu machen.

Ob Sport, Kultur, Umwelt, Bildung oder Nachbarschaft: Wer Menschen zusammenbringt, stärkt die Region.

Kommentar:
Das Dreiländereck lebt von seiner besonderen Lage. Deutschland, Polen und Tschechien treffen hier nicht nur geografisch aufeinander, sondern auch kulturell, wirtschaftlich und menschlich. Kleine Mikroprojekte können genau dort ansetzen, wo große Programme oft zu weit weg wirken: im Alltag der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb ist dieser Aufruf wichtig – und sollte von Vereinen, Schulen und Initiativen in der Region ernst genommen werden.

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