DAS NEUSTE

✝️ Traditionsritt in der sorbischen Oberlausitz: Neun Prozessionen, 1.500 Reiter, gelebter Glaube

🗞️ Überblick In der sorbischen Lausitz werden am Ostersonntag erneut Reiterprozessionen erwartet. Zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda sind neun Züge angekündigt; das Bistum Dresden-Meißen rechnet wie in den Vorjahren mit rund 1.500 Teilnehmern zu Pferd. Der jahrhundertealte Brauch zieht erfahrungsgemäß zahlreiche Schaulustige an. Die Meldung datiert vom 24. März 2026.

  • Neun Züge zwischen Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda
  • Rund 1.500 Reiter werden erwartet
  • Viele Schaulustige entlang der Routen

📜 Tradition und Symbolik Das Osterreiten gilt als eine der markantesten katholischen Traditionen der Region. Seit mehr als 500 Jahren ziehen Jugendliche und Männer hoch zu Ross von ihrer Heimatkirche in die Nachbargemeinden – in Frack und Zylinder, begleitet von Kreuz, Kirchenfahnen und einer Statue des Auferstandenen. Außerhalb der Orte wird auf festlich geschmückten Pferden der Rosenkranz gebetet; gesungen wird traditionell auch in sorbischer Sprache und Latein. Der Ursprung verweist nach Überlieferung auf vorchristliche Feldumritte; heute steht das öffentliche Bekenntnis zum christlichen Glauben im Zentrum. Im Sattel sitzen traditionsgemäß Männer.

🧭 Ablauf und Kulisse Die Prozessionen verlaufen über Landstraßen und Feldwege in der katholisch geprägten Region östlich von Dresden, in der die nationale Minderheit der Sorben lebt. Der Ablauf ist klar geordnet: Ausritt nach der Kirche, Umritt um Friedhof und Felder, Gebet und Gesang – unter Glockengeläut und vor wechselnden Kulissen zahlreicher Besucher aus dem In- und Ausland.

🌾 Ostersaatreiten in Ostritz Ein verwandter Brauch ist das Ostersaatreiten von Ostritz bei Görlitz, das in diesem Jahr zum 397. Mal stattfindet. Der Ritt führt von der Pfarrkirche zum Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal und bittet um gutes Wachstum der Saat; seit 1993 wird er ökumenisch begangen.

📍 Größter Zug und Besonderheiten Als größter Zug der Oberlausitz gilt die Route zwischen Wittichenau und Rabitz, die alljährlich tausende Besucher anzieht; charakteristisch ist, dass sich die Prozessionen auf ihren Wegen nicht begegnen.

🔔 Bedeutung und Ausblick Die Lausitz pflegt mit dem Osterreiten einen identitätsstiftenden Jahresbrauch, der Kontinuität, Ordnung und Glaubenszeugnis verbindet. Die erwartete Beteiligung von 1.500 Reitern und der anhaltende Zuspruch entlang der Routen belegen die ungebrochene Bindekraft dieser Tradition – in der Region und weit darüber hinaus.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Prozessionen stehen für eine Ordnung, die trägt: klare Regeln, sichtbares Bekenntnis, gewachsene Formen. Wer die Lausitz verstehen will, muss diesen Brauch nicht nur dulden, sondern achten und schützen. Die über Jahrhunderte bewährte Männertradition im Sattel ist kein Anachronismus, sondern Teil eines verbindlichen Rituals, das Gemeinschaft stiftet. Die starke Beteiligung und die vielen Zuschauer zeigen, dass Verwurzelung mehr zählt als modische Beliebigkeit. Unsere Haltung ist klar: Dieses Erbe verdient Raum, Respekt und Kontinuität – ohne Relativierung.

Quelle: Externe Quelle

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