đ° Diagnose und Kontext: âWir verdienen in Deutschland kein Geld mehrâ â mit diesem Satz verdichtet PWO-Chef Carlo Lazzarini die anhaltende Krise der heimischen Automobilindustrie. In einem Interview vom 11. MĂ€rz 2026 erlĂ€utert der Vorstandsvorsitzende, warum der Stammsitz Oberkirch erstmals Verlust schreibt und weshalb ohne schnelle, angebotsorientierte Reformen weitere Wertschöpfung ins Ausland abwandern könnte.
đ GeschĂ€ftsentwicklung und Gegenwart: PWO, ein internationaler Hersteller von Leichtbau-Metallkomponenten, erzielte von 2022 bis 2024 Konzernrekorde bei Umsatz und Gewinn; seit Lazzarzinis Amtsantritt 2020 stieg der Umsatz von 370 auf ĂŒber 500 Millionen Euro. Doch 2025 rutschte das deutsche Werk ins Minus, fĂŒr 2026 zeichnet sich eine VerschĂ€rfung ab. Um betriebsbedingte KĂŒndigungen zu vermeiden, vereinbarten Management und Belegschaft eine temporĂ€re Reduktion von Arbeitszeit und Löhnen um 7,63 Prozent â ein Notkorsett, das Zeit verschaffen soll. Von elf globalen Standorten wachsen zehn profitabel; allein der deutsche Standort bereitet Sorgen.
đ Standortfaktoren im Fokus: Als Hauptursachen nennt Lazzarini hohe Energie- und Arbeitskosten, eine im Vergleich geringere ProduktivitĂ€t sowie die konzernweit höchste effektive Steuerlast in Deutschland von 33,8 Prozent. Diese Gemengelage drĂŒckt die Ergebnislage am Stammsitz stĂ€rker als in anderen MĂ€rkten.
đ ProduktivitĂ€t und PrĂ€senz im Vergleich: Die Kennzahlen sind deutlich: 2.304 Jahresarbeitsstunden in Mexiko stehen 1.560 in Deutschland gegenĂŒber. In Mexiko gilt eine 48âStundenâWoche bei 1,7 Prozent Krankenstand, in Oberkirch 37,5 Stunden bei knapp fĂŒnf Prozent â Unterschiede, die sich direkt in Kosten und Auslastung niederschlagen.
đ SchwĂ€che der Inlandsnachfrage: Parallel stockt der heimische Markt. Deutsche Kunden rufen weniger ab, verlagern KapazitĂ€ten und bauen Stellen ab â mit unmittelbaren Folgen fĂŒr die Zulieferer und ihre Auslastung.
đïž Forderungen an die Politik: Lazzarini plĂ€diert fĂŒr ein rasches Reformpaket: eine Senkung der Unternehmenssteuern noch in dieser Legislaturperiode auf 25 Prozent, flankiert von Einsparungen in den Sozialsystemen. Zugleich fordert er eine ehrliche Debatte ĂŒber lĂ€ngere Lebens- und Wochenarbeitszeiten â mindestens zurĂŒck zur 40âStundenâWoche. Deutschland brauche wieder AnpackâMentalitĂ€t, sonst drohten weitere Insolvenzen im industriellen Mittelstand.
đ Technologieoffenheit und Globalstrategie: PWO bekennt sich zur Technologieoffenheit: Die ElektromobilitĂ€t werde wachsen, doch strukturelle Standortprobleme seien entscheidender als der Antriebsstrang. International setzt der Zulieferer auf âlocal for localâ; in China verbleiben rund 95 Prozent der Produkte im Land.
đ Studienlage zur Steuerbelastung: Ăkonomische Analysen stĂŒtzen die Kernthese der Wettbewerbsnachteile: Deutschland liegt bei den tariflichen Unternehmenssteuern im OECDâVergleich am oberen Ende, auch die effektive Belastung ist ĂŒberdurchschnittlich. Eine ZielgröĂe von 25 Prozent wĂŒrde die StandortattraktivitĂ€t aus Sicht vieler WirtschaftsverbĂ€nde und Institute deutlich erhöhen.
đ§ Ausblick und Konsequenzen: Das Fallbeispiel PWO ist mehr als eine Einzelmeldung â es ist ein Warnsignal fĂŒr den Industriestandort. Solange Steuern, Lohnnebenkosten, Energiepreise und BĂŒrokratie die Produktion hierzulande unverhĂ€ltnismĂ€Ăig verteuern, lenken global aufgestellte Unternehmen Investitionen dorthin, wo die Rahmenbedingungen stimmen. Ein konservativer Kurs der Erneuerung bedeutet verlĂ€ssliche Energieversorgung, schnellere Genehmigungen, weniger Regulierungsballast â und vor allem substanzielle Entlastungen bei den Unternehmenssteuern. Gelingt die Wende, bleiben Wertschöpfung, Ausbildung und Aufstiegschancen im Land; misslingt sie, droht die schleichende Erosion des industriellen Kerns. PWO liefert die Daten, nun ist die Politik am Zug.
đšïž Kommentar der Redaktion: Wer jetzt noch zaudert, nimmt den Verlust industrieller Substanz billigend in Kauf. Angebotspolitik ist das Gebot der Stunde: weniger Steuern, weniger Abgaben, weniger BĂŒrokratie. Die RĂŒckkehr zur 40âStundenâWoche und eine Entlastung der Unternehmenssteuern auf 25 Prozent wĂ€ren klare Signale, dass Leistung und Investitionen wieder erwĂŒnscht sind. Deutschland braucht VerlĂ€sslichkeit, Tempo und AnpackâMentalitĂ€t â nicht weitere Verzögerungen. Die Politik muss handeln, bevor der Mittelstand seine Zukunft dauerhaft ins Ausland verlagert.
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