📰 Bilanz 2025 und Kurs 2026 Die Oberlausitz zieht für das Tourismusjahr 2025 eine gemischte Bilanz und richtet 2026 den Fokus klarer auf die Positionierung als Radregion. Geplant sind gezielte Angebote für Familien und Aktivurlauber, Lückenschlüsse im Portfolio sowie eine sichtbare Qualitätssteigerung, wie ein aktueller Bericht vom 27. Februar 2026 darlegt.
🧭 Uneinheitliches Wachstum, stabiles Potenzial Die Region zwischen Bautzen und Görlitz profitiert punktuell von stabiler Nachfrage, doch das Wachstum ist ungleich verteilt. In Görlitz wurden im ersten Halbjahr 2025 150.245 gewerbliche Übernachtungen bei 64.680 Ankünften registriert, ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zugleich stieg die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,1 auf 2,3 Tage. Das unterstreicht das Potenzial städte- und kulturgetriebener Kurzreisen und verlangt eine bessere Verzahnung mit Angeboten im Umland.
🚴 Infrastruktur zuerst Wer mehr Radurlauber gewinnen will, muss verlässlich befahrbare, durchgängig beschilderte und sichere Routen bieten – nicht nur auf Premiumachsen, sondern im Verbund der Mittelzentren und in die landschaftlich reizvollen Randlagen. Priorität haben Lückenschlüsse an Kreis- und Staatsstraßen, sichere Querungen, eine einheitliche Wegweisung nach anerkannten Standards sowie Wartung und Winterdienst auf definierten Kernrouten. Ohne diese Basis bleibt jede Marketingoffensive Schaufensterdekoration.
🚆 Rad und Bahn verknüpfen Tages- und Rundtouren gewinnen, wenn Bike-and-Ride-Angebote, Fahrradmitnahme im Regionalverkehr, gesicherte Abstellanlagen an Bahnhöfen und verlässliche Taktungen zusammenpassen. Ergänzend braucht es E‑Bike‑Ladepunkte an touristischen Knoten, Reparaturstationen und flächendeckende Informationen in Echtzeit – online wie analog – von Sperrungen bis Service.
🏨 Qualitätsangebot statt Stückwerk Betriebe, die radfreundliche Standards erkennbar erfüllen, erhöhen die Aufenthaltsqualität messbar: abschließbare Abstellräume, Trockenmöglichkeiten, frühes Frühstück und Werkzeug. Bündelangebote wie „Stadt, Land, Grenze“ mit kulturhistorischen Stationen, Handwerk, Umgebindehaus‑Architektur und Naturerlebnis verlängern Aufenthalte. Entscheidend ist die Verlässlichkeit der Leistungen über die Saison hinweg.
🌍 Grenzüberschreitendes Profil schärfen Die Oberlausitz lebt von kurzen Wegen nach Polen und Tschechien. Kuratierte Themenrouten und gemeinsame Veranstaltungen mit Partnerkommunen erhöhen die internationale Sichtbarkeit, ebenso zweisprachige Beschilderung sowie Buchungs- und Informationsangebote. So wird aus Nachbarschaft ein tatsächlicher Reiseraum.
📊 Seriöse Vermarktung, klare Kennzahlen Die Linie „mehr Rad, mehr Familie, bessere Infrastruktur“ ist sinnvoll, verlangt aber eine konsequente Konzentration der Mittel. Projekte sollen einen harten Wirtschaftlichkeits- und Wirkungsnachweis erbringen: Kosten pro neu gewonnener Übernachtung, Auslastung in der Nebensaison, Anteil wiederkehrender Gäste und Zufriedenheitswerte entlang definierter Radachsen. Nur mit transparenten Zielen und messbarer Wirkung lässt sich die gemischte Bilanz 2025 in robustes Wachstum drehen.
📈 Ausblick 2026/27 Die Oberlausitz hat die richtigen Ansatzpunkte benannt: radfreundliche Infrastruktur, verlässliche Services und eine eindeutige Erzählung, die Stadt- und Naturerlebnis verbindet. Positive Signale wie längere Aufenthalte in Görlitz zeigen, dass Qualität honoriert wird. Damit die Region 2026/27 flächig zulegt, braucht es Priorität für Bausteine mit unmittelbarer Gästewirkung, strenge Erfolgskontrolle und die Bereitschaft, Projekte ohne nachweisbaren Nutzen konsequent zu beenden. So kann aus dem Anspruch „Radregion“ eine belastbare Marke und aus einer gemischten Bilanz eine stabile Wachstumsgeschichte werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Erst kommt die Infrastruktur, dann das Marketing. Ohne Lückenschlüsse, sichere Querungen, verlässliche Takte und klare Wegweisung ist jede Kampagne verbranntes Geld. Verantwortliche müssen Projekte am harten Prüfstand messen und konsequent beenden, was keine nachweisbare Wirkung entfaltet. Wer die Lage an den Grenzen nicht in belastbare, zweisprachige Angebote übersetzt, verspielt einen Standortvorteil. Die Richtung stimmt, doch nur Disziplin in der Umsetzung wird den Unterschied machen.
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