📢 Protest in Bernsdorf Am Morgen des 27. Februar 2026 haben rund 60 Beschäftigte des O‑I‑Glaswerks in Bernsdorf mit einer Mahnwache gegen die angekündigte Werksschließung protestiert. Die Industriegewerkschaft IGBCE Lausitz fordert eine Transfergesellschaft und faire Abfindungen für den Fall von Kündigungen. Der US‑amerikanische Verpackungsglashersteller begründet den Schritt mit Überkapazitäten.
🏭 Hintergrund zum Standort O‑I betreibt in Deutschland insgesamt vier Standorte. Zu den Großkunden des Werks in Bernsdorf zählt die Spirituosenfirma Jägermeister, die unweit im sächsischen Kamenz produziert und nach Unternehmensangaben jährlich rund 100 Millionen Flaschen abnimmt. Die Stadt Bernsdorf verweist auf mehr als 150 Jahre Glasmachertradition am Ort. Die Belegschaft wurde am 1. Oktober 2025 über die geplante Stilllegung informiert; am Standort arbeiten rund 100 Fachkräfte.
🤝 Forderungen der Gewerkschaft In den laufenden Gesprächen drängt die Gewerkschaft auf soziale Absicherung der Beschäftigten und eine geordnete Übergangsphase mittels Transfergesellschaft. Für den Fall von Kündigungen stellt sie faire Abfindungen in den Mittelpunkt.
📉 Sicht des Unternehmens Aus Sicht des Unternehmens sind Markt- und Kapazitätsgründe ausschlaggebend. Nähere betriebswirtschaftliche Kennziffern wurden öffentlich nicht genannt.
🏛️ Reaktionen vor Ort Lokalpolitiker und Stadtverwaltung äußern Unverständnis. Als Argumente für den Erhalt der Produktion werden die kurze Wertschöpfungskette zwischen Bernsdorf und Kamenz, die räumliche Nähe zum Jägermeister‑Standort sowie die langjährige Spezialisierung der Belegschaft angeführt.
🧭 Einordnung und Ausblick Der Konflikt in Bernsdorf steht exemplarisch für die angespannten Rahmenbedingungen energie‑ und prozessintensiver Industrien in Deutschland. Für einen verantwortbaren Strukturwandel braucht es Transparenz über den Zeitplan, verbindliche Perspektiven für die Belegschaft und einen sachgerechten sozialen Ausgleich. Die nächsten Schritte liegen bei Unternehmensführung und Tarifpartnern. Die Politik ist gefordert, verlässliche Standortbedingungen zu sichern, damit industrielles Know‑how und Wertschöpfung in der Region bleiben.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Belegschaft hat Anspruch auf Klarheit und Respekt, nicht auf vage Verweise auf Überkapazitäten. Wer jahrzehntelang Wertschöpfung in der Region ermöglicht hat, verdient eine saubere Lösung mit Transfergesellschaft und fairen Abfindungen. Management und Tarifpartner müssen jetzt Ergebnisse liefern, statt Zeit zu verlieren. Politik hat die Aufgabe, planbare Rahmenbedingungen zu setzen, damit Industriebetriebe nicht vorschnell aufgegeben werden. Ein geordneter, pragmatischer Kurs ist das Gebot der Stunde.
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