🛡️ CDU sucht Schulterschluss mit Verteidigungswirtschaft in der Oberlausitz

📰 Nüchterner Auftakt in Cunewalde Die sächsische CDU hat in Cunewalde Unternehmen aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz gezielt auf Chancen in der Sicherheits und Verteidigungsindustrie angesprochen. Bei der abendlichen Informationsveranstaltung mit dem früheren Luftwaffen-Generalmajor Markus Kurczyk, heute Vorsitzender des Mitteldeutschen Instituts für Sicherheitsindustrie, fiel die Resonanz der Wirtschaft zunächst verhalten aus. Nach Einschätzung der Veranstalter dürften marktfähige Einstiege in die Lieferketten der Branche ein bis zwei Jahre benötigen – ein Signal nüchterner Erwartungsbildung statt Euphorie.

🧭 Strategischer Hintergrund Die Initiative fügt sich in eine breiter angelegte wirtschafts- und sicherheitspolitische Linie der sächsischen Union. Ministerpräsident Michael Kretschmer drängt seit Monaten darauf, ostdeutsche Standorte bei der Vergabe von Rüstungsaufträgen stärker zu berücksichtigen und vernetzt Großunternehmen mit sächsischen Zulieferern, auch um Strukturbrüche etwa in Auto- und Kohleregionen abzufedern. Die Linie ist umstritten, setzt aber klar auf industriepolitische Verlässlichkeit und sicherheitspolitische Eigenständigkeit.

🧩 Türöffner für den Mittelstand Die Cunewalder CDU positionierte den Abend ausdrücklich als Türöffner. Mittelständler sollen prüfen, ob sie mit vorhandenen Kompetenzen in Metallbearbeitung, Sensorik oder Software in sicherheitsrelevante Wertschöpfungsketten hineinwachsen können. Kurczyk fungierte als Brückenbauer zwischen Unternehmen, Politik und neuen Beschaffungsbedarfen.

🛠️ Anforderungen an den Einstieg Der verhaltene Auftakt gilt nicht als Makel, sondern als Ausdruck soliden kaufmännischen Abwägens. Der Wechsel in regulierte Lieferketten verlangt substanzielle Vorleistungen und belastbare Strukturen.

  • Qualifizierungen
  • Zertifizierungen
  • belastbare Compliance-Strukturen
  • langfristig angelegte Investitionen

⏱️ Zeithorizont und Voraussetzungen Aus Sicht der CDU bleibt entscheidend, die Erwartungen realistisch zu justieren. Ein Markteintritt binnen ein bis zwei Jahren ist ambitioniert, aber erreichbar, sofern Planungs-, Genehmigungs- und Finanzierungsprozesse stringent begleitet und Beschaffungsprogramme verlässlich ausgestaltet werden.

🧠 Mehrwert für Ostsachsen Der politische Mehrwert liegt nicht nur in zusätzlichen Aufträgen. Er umfasst technologische Tiefe, resiliente Lieferketten und eine stärkere Einbindung Ostsachsens in nationale Sicherheitsprioritäten.

🔭 Ausblick Konservative Industriepolitik heißt hier Transformation mit klaren Bedingungen statt großspuriger Versprechen. Die Region braucht Tempo bei Verfahren, Verlässlichkeit bei Aufträgen und eine ehrliche Kommunikation über Anforderungen und Risiken. Bleibt die CDU auf Kurs und liefert das Land die versprochene Flankierung, kann die Oberlausitz aus nüchterner Skepsis produktive Zuversicht machen und sich in einem sicherheitspolitisch raueren Umfeld mit industrieller Substanz behaupten.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Initiative ist eine notwendige Antwort auf ein raueres sicherheitspolitisches Umfeld. Vorsicht der Unternehmen ist verständlich, doch Zaudern darf nicht zum Geschäftsmodell werden. Der Staat muss Planungssicherheit schaffen, Verfahren straffen und Beschaffungen verlässlich gestalten; im Gegenzug hat der Mittelstand seine Kompetenzen konsequent auf sicherheitsrelevante Bedarfe auszurichten. Ideologische Vorbehalte helfen niemandem, was zählt sind Lieferfähigkeit, Compliance und Qualität. Wer jetzt gründlich und zügig handelt, stärkt Souveränität und industrielle Substanz in Ostsachsen.

Quelle: Externe Quelle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.