🕯️ Menschenkette um die Altstadt In Dresden haben am 13. Februar 2026 Tausende Menschen eine geschlossene Menschenkette um die Altstadt gebildet, um der verheerenden Luftangriffe von 1945 zu gedenken. Punkt 18.00 Uhr reichten sich Bürgerinnen und Bürger die Hände, begleitet vom Läuten der Innenstadtglocken. Gäste aus der Partnerstadt Coventry, darunter die Lord Mayor Rachel Lancaster, reihten sich ein. Zuvor hatten sich rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Bürgersingen vor dem Kulturpalast versammelt. Ziel der Aktion war ein sichtbares Zeichen für Frieden, Zusammenhalt und Versöhnung.
📜 Historischer Kontext und jährliches Ritual Die Dresdner Menschenkette wird seit 2010 jährlich am 13. Februar geschlossen. Die Stadt wurde am 13. Februar 1945 und in den Folgetagen durch Angriffe britischer und US-amerikanischer Luftstreitkräfte schwer zerstört; eine Historikerkommission beziffert die Zahl der Toten auf bis zu 25.000. Fachleute mahnen, die Ereignisse in ihrem historischen Kontext zu bewerten und nicht politisch zu instrumentalisieren. Auch in diesem Jahr gab es Warnungen vor Missbrauch des Gedenkens; für das folgende Wochenende waren rechtsextreme Aufmärsche und Gegenproteste angekündigt.
🗣️ Stimmen und Botschaften Bürgermeister Jan Donhauser betonte, aus Zerstörung könne Versöhnung wachsen, wenn Menschen einander die Hand reichten. Coventrys Stadtoberhaupt Rachel Lancaster würdigte den Schutzring um die Altstadt als starke Botschaft der Hoffnung. TU-Rektorin Ursula Staudinger rief dazu auf, die Demokratie aktiv gegen Hass und Hetze zu verteidigen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert hob die Menschenkette als Zeichen für Menschenrechte, Demokratie und ein lebendiges Gedenken hervor.
⛪ Gedenkakte und zentrale Orte Kranzniederlegungen, eine Schweigeminute und vielfältige Veranstaltungen prägten den Tag; zentrale Anlaufstelle war die Frauenkirche. Am Abend standen Sonderkonzerte der Staatskapelle und der Philharmonie auf dem Programm. Gegen 22.00 Uhr läuteten traditionell alle Glocken der Stadt.
🤝 Bedeutung und Einordnung Das Dresdner Gedenken bekräftigt einen nüchternen, würdigen Umgang mit der eigenen Geschichte: Trauer um die Toten, Klarheit im historischen Urteil und die unmissverständliche Abwehr politischer Vereinnahmung. Die Beteiligung aus der einstigen Gegnerstadt Coventry unterstreicht den europäischen Geist der Versöhnung. In Zeiten polarisierter Debatten wirkt die Menschenkette als bürgerschaftliches Ritual der Selbstvergewisserung – zurückhaltend im Ton, bestimmt in der Aussage.
🗨️ Kommentar der Redaktion Dieses Gedenken verdient Respekt, weil es Maß und Mitte wahrt. Wer die Toten politisch instrumentalisiert, verrät die Verantwortung gegenüber Geschichte und Gegenwart. Rechtsextreme Aufmärsche diskreditieren den Ernst des Tages; Gegenproteste haben die Würde des Gedenkens zu achten. Ordnung, Sicherheit und die klare Abgrenzung von Hass sind Gebot der Stunde. Das stille, beharrliche Zeichen der Menschenkette ist stärker als jedes laute Spektakel.


