📰 Programm wieder aufgelegt Der Freistaat Sachsen nimmt ein Förderprogramm zur Stärkung saisonunabhängiger Tourismusangebote wieder auf. Für das Jahr 2026 stehen zwei Millionen Euro bereit. Die Wiederaufnahme wurde am 13. Februar 2026 vom zuständigen Ministerium bekanntgegeben.
📅 Antragsstart und Rahmenbedingungen Anträge können ab dem 19. März 2026 bei der Sächsischen Aufbaubank gestellt werden. Förderfähig sind geplante Investitionen ab 10.000 Euro. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen, kommunale Betriebe sowie eingetragene Vereine. Das Gesamtvolumen des Programms beträgt zwei Millionen Euro.
📈 Hintergrund der Maßnahme Sachsens Tourismus leidet traditionell unter ausgeprägten Saisonspitzen. Für Betriebe bedeutet das schwankende Auslastung, angespannter Personaleinsatz und steigende Fixkosten pro Gast in der Nebensaison. Eine Förderung saisonunabhängiger Angebote soll diese Volatilität glätten, Wertschöpfung in der Fläche sichern und Beschäftigung verstetigen.
🏗️ Ziele und förderfähige Vorhaben Das Programm adressiert Anbieter, die bisher vor allem Sommer- oder Wintergäste bedienen, und unterstützt den Übergang zum Ganzjahresbetrieb. Gefördert werden Neuerrichtungen, der Ausbau bestehender Kapazitäten sowie Projekte, die zusätzliche Angebote in die Region bringen. Voraussetzung ist stets ein erkennbarer Beitrag zur Nachhaltigkeit.
🏛️ Politische Einordnung Der Ansatz folgt einer konservativen wirtschaftspolitischen Linie: Öffentliche Mittel sollen dort eingesetzt werden, wo sie privatwirtschaftliche Investitionen anstoßen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) betonte, dass sächsische Betriebe "weitere saisonunabhängige Angebote" benötigen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
🔎 Bewertung und Ausblick Mit der Rückkehr des Programms setzt die Staatsregierung auf Qualität und Verlässlichkeit statt kurzfristiger Spitzen. Ob die zwei Millionen Euro angesichts gestiegener Bau-, Energie- und Personalkosten ausreichen, bleibt zu prüfen. Entscheidend ist, dass Projekte mit Substanz zum Zug kommen, die Kapazitäten ganzjährig tragfähig machen, messbar nachhaltiger wirtschaften und regionale Angebote sinnvoll ergänzen. Nur dann kann die Förderung die erhoffte Hebelwirkung entfalten und Sachsens Tourismus dauerhaft stärken.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Kurs ist richtig: Statt Strohfeuer-Förderung setzt der Freistaat auf verlässliche Strukturen und marktorientierte Anreize. Zwei Millionen Euro sind als Signal geeignet, doch sie verlangen harte Priorisierung und strikte Auswahl nach Wirtschaftlichkeit. Gefördert gehören nur tragfähige, wartungsarme und nachweisbar effiziente Vorhaben; Mitnahmeeffekte und Prestigeprojekte sind zu vermeiden. Nachhaltigkeit muss betriebswirtschaftlich belegt sein, nicht rhetorisch. Die Aufbaubank und das Ministerium sollten klare Meilensteine setzen und konsequent nachsteuern, wenn Ziele verfehlt werden.


