🧭 Grüne drängen auf verbindliche Nachhaltigkeitsregeln im sächsischen Tourismus

🌱 Nachhaltigkeit als Leitprinzip gefordert

📰 Die sächsischen Grünen fordern, Nachhaltigkeit zum verbindlichen Leitprinzip der Tourismuspolitik zu machen. Als Begründung nennt der Landtagsabgeordnete Thomas Löser spürbare Klimafolgen für Angebote im Freistaat: schneearme Winter, steigende Kosten und unsichere Saisons. Eine Antwort der Staatsregierung auf seine Kleine Anfrage sei zu unkonkret ausgefallen; gefordert seien messbare Ziele, klare Zuständigkeiten und hinterlegte Mittel. Die dpa-Meldung datiert vom 9. Februar 2026.

📚 Historischer Hintergrund und aktueller Rahmen

🧭 Sachsen versteht sich historisch als Keimzelle des Nachhaltigkeitsgedankens: Der Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645–1714) prägte das Prinzip einer ressourcenschonenden Forstwirtschaft. Politisch ist der Kurs mit dem Masterplan Tourismus gerahmt, den das Kabinett am 27. Februar 2024 verabschiedet hat. Die Strategie ersetzt die frühere Tourismusstrategie 2025, verankert Nachhaltigkeit als Kernziel und dient als Orientierungsrahmen für Regierung und Branche.

⚠️ Kritik an fehlender Verbindlichkeit

🔍 Löser moniert, die Tourismuspolitik bleibe zu oft beim Appell: Nachhaltigkeit sei überwiegend freiwillig, ohne verbindliche Steuerungswirkung – ein Versäumnis, das sich angesichts knapper Kassen besonders nachteilig auswirke. Master- und Handlungspläne allein reichten nicht; entscheidend seien überprüfbare Kennzahlen, Prioritäten und eine transparente Zuordnung der Finanzmittel.

🧰 Instrumente und Steuerung

🛠️ Als Instrumente nennt er Nachhaltigkeitskriterien, bessere Mobilitätsangebote und Gästetaxen. Diese würden zwar empfohlen, jedoch nicht konsequent genutzt, um den Tourismus aktiv zu steuern.

🌤️ Ganzjahrestourismus und ökologische Leitplanken

🌊 Beim angestrebten Ganzjahrestourismus fehlten belastbare ökologische Leitplanken. In den sächsischen Seenlandschaften werde über Ausbau gesprochen, ohne die Tragfähigkeit der Natur und eine wirksame Besucherlenkung strategisch abzusichern. Insgesamt gelte: Es werde viel angekündigt und analysiert, aber zu wenig priorisiert und umgesetzt.

🏁 Fazit aus konservativer Sicht

📏 Aus konservativer Sicht ist die Forderung der Grünen ein Realitätscheck: Ohne klare Ziele, Verbindlichkeit und Finanzierung bleibt der Nachhaltigkeitsanspruch im Tourismus wirkungsschwach. Der Masterplan liefert den Rahmen – die Bewährungsprobe liegt in seiner konsequenten, messbaren Umsetzung entlang ökologischer Tragfähigkeit und ökonomischer Vernunft. Gerade in Zeiten knapper Haushalte braucht der Freistaat Prioritäten, die Betrieben Planungssicherheit geben und zugleich Sachsens Naturgüter schützen.

🗨️ Kommentar der Redaktion

🗨️ Politik darf sich nicht in Absichtserklärungen verlieren. Wer Nachhaltigkeit verlangt, muss sie in Zielen, Zuständigkeiten und Budgets festschreiben – alles andere ist Symbolik. Gästetaxen, Mobilitätsangebote und klare Kriterien gehören vom Kann zum Muss. Der Masterplan ist kein Selbstzweck, sondern ein Auftrag zur Steuerung nach ökologischer Tragfähigkeit und ökonomischer Vernunft. Besser wenige priorisierte Maßnahmen sauber finanzieren und kontrollieren, als den Tourismus mit Ankündigungen zu überziehen.

Quelle: Externe Quelle

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