📰 Einleitung Veronika Grimm verschärft den Ton in der wirtschaftspolitischen Debatte. Sie wirft der Bundesregierung vor, notwendige Reformen zu vertagen, und attackiert zugleich Bundeskanzler Friedrich Merz für ausbleibende wirtschaftliche Ergebnisse. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sekundiert mit dem Appell, die Weichen auf mehr Arbeit, weniger Bürokratie und niedrigere Abgaben zu stellen. Der Befund ist klar: Ohne Kurskorrektur droht Deutschland in eine finanzielle und wachstumspolitische Sackgasse.
📚 Hintergrund Grimm, Mitglied des Sachverständigenrats, warnt seit Monaten vor einem Reformstau, der Staatsfinanzen und Wettbewerbsfähigkeit zugleich belastet. Im Zentrum ihrer Kritik stehen steigende Sozialausgaben, eine hohe Abgabenlast und überbordende Regulierung – Faktoren, die Investitionen hemmen und Arbeitsanreize dämpfen. Die Regierungskoalition unter Kanzler Merz steht damit zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Versprochene Strukturreformen bleiben aus, während die Auseinandersetzungen über Sozialstaat und Arbeitsmarkt zunehmen.
💶 Finanzielle Lage Grimm warnt, dass ab 2029 die Staatseinnahmen im Kern von Verteidigung, Zinsen und Sozialausgaben aufgezehrt würden; alles andere müsste über neue Schulden finanziert werden. Mit dem Hinausschieben von Reformen verweigere sich die Bundesregierung der Realität, lautet ihre Kritik. Der Handlungsdruck ergibt sich aus dem doppelten Klemmeffekt: Demografisch bedingt steigen die Soziallasten, während Wachstumsimpulse zu schwach ausfallen.
🏭 Reformappell aus der Wirtschaft BDA-Präsident Rainer Dulger fordert einen starken Aufschlag für mehr Arbeit und einen wettbewerbsfähigeren Standort. Seine Agenda zielt auf Entlastung und Entflechtung.
- Steuersenkungen
- Senkung der Lohnnebenkosten
- Konsequenter Bürokratieabbau
- Modernisierung des Teilzeitrechts, damit sich Vollzeit wieder stärker lohnt
🧩 Diagnose Nach dieser Lesart unterminieren hohe Abgaben und dichte Regulierung Leistungsbereitschaft und Standortattraktivität. Nötig sind klare Anreize für Mehrarbeit und Investitionen, um Produktivität und Beschäftigung zu stärken.
🗳️ Politischer Streit Parallel fahren Gewerkschaften scharfe Angriffe gegen die Union und warnen vor Kürzungsdebatten im Sozialstaat. Verdi-Chef Frank Werneke kritisiert eine ständige Angstmacherei und wirft Merz vor, sich nicht ausreichend von Hardlinern in den eigenen Reihen zu distanzieren. Damit prallen zwei Lesarten der Krise aufeinander: Die eine verlangt Kostenbremse und Arbeitsanreize, die andere warnt vor sozialen Verwerfungen.
📌 Fazit und Ausblick Konservativ betrachtet führt an einem Konsolidierungs- und Wachstumsprogramm kein Weg vorbei. Gefordert sind Ausgabenpriorisierung, spürbare Entlastungen bei Steuern und Sozialabgaben, stringenter Bürokratieabbau und ein Arbeitsmarkt, der Mehrarbeit belohnt. Ohne rasche Strukturreformen droht eine schleichende Erosion der fiskalischen Spielräume – mit verteilungspolitischen Konflikten und Investitionsschwäche als Folge. Die Regierung muss den Realitätscheck jetzt bestehen, andernfalls wird die Rechnung von Jahr zu Jahr höher.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Mahnungen sind überfällig und richtig: Ohne entschlossene Entlastung und Entbürokratisierung verliert Deutschland weiter an Dynamik. Die Koalition unter Merz muss liefern und Strukturreformen umsetzen, statt die Diskussion auf morgen zu vertagen. Sozialpolitische Versprechen ohne klare Gegenfinanzierung sind ein Risiko, das sich ein alterndes Land nicht leisten kann. Gewerkschaften sollten Verantwortung zeigen und notwendige Korrekturen nicht reflexhaft diskreditieren. Wer jetzt zaudert, riskiert bis 2029 eine haushaltspolitische Zwangslage, in der am Ende nur neue Schulden bleiben. Es braucht Führung, Priorität für Arbeit und Investitionen – und den Mut, liebgewonnene Routinen zu beenden.
Quelle: Externe Quelle

