🛡️ Auftakt und Zielsetzung Deutschland verankert seine sicherheitspolitische Verantwortung an der Ostflanke: Mit der Unterstellung zweier Kampftruppenbataillone am 29. Januar treibt die Bundeswehr den Aufbau der Panzerbrigade 45 „Litauen“ weiter voran. Ziel ist eine glaubwürdige, einsatzbereite Abschreckung gegenüber Russland, unterlegt durch intensive Übungen im Jahresverlauf und eine schrittweise Aufstockung der Kräfte vor Ort. Bis 2027 sollen rund 4.800 Soldaten dauerhaft stationiert sein.
🪖 Historischer Bruch mit Zurückhaltung Die Entscheidung zur dauerhaften Stationierung einer deutschen Kampfbrigade in Litauen markiert einen Bruch mit früheren Zurückhaltungen: Erstmals wird ein kampfbereiter Großverband der Bundeswehr dauerhaft außerhalb Deutschlands verlegt. Die Brigade wurde 2025 formal in Dienst gestellt, soll bis 2027 volle Einsatzreife erreichen und umfasst perspektivisch etwa 4.800 Soldaten sowie rund 200 zivile Mitarbeiter. Der Aufbau läuft planmäßig, bereits mehrere Hundert Soldaten sind vor Ort.
📍 Stationierung und Struktur vor Ort Operativ wird die Brigade in Rūdninkai, rund 30 Kilometer von der belarussischen Grenze, verortet. In die Struktur integriert wird zudem die multinationale NATO‑Battlegroup in Rukla. Damit entsteht ein zusammenhängendes Gefüge aus nationalen und multinationalen Anteilen.
🏗️ Infrastruktur und Truppenaufwuchs Infrastruktur und Truppenaufwuchs gehen Hand in Hand: Litauen errichtet mit der Anlage „Rūdninkai Military Town“ eine Kaserneninfrastruktur für bis zu 3.000 Kräfte, die bis Ende 2027 fertiggestellt sein soll. Deutschland hat zuletzt das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 122 unmittelbar der Brigade unterstellt. Im Verlauf des Frühjahrs steigt die Präsenz auf etwa 1.800 Angehörige; aus Berlin heißt es, man liege im Zeitplan.
🚆 Drehscheibe und Operationsplan Zur strategischen Einbettung gehört Deutschlands Rolle als logistisches Drehkreuz der NATO gemäß Operationsplan Deutschland. In einem denkbaren Worst‑Case‑Szenario eines großangelegten russischen Angriffs im Baltikum wären deutsche Kräfte sofort involviert, während zehntausende Bündnissoldaten über deutsche Häfen und Verkehrswege an die Front verlegt würden.
📅 Zeithorizont und Fähigkeitslage Einschätzungen aus Bundeswehr und NATO gehen davon aus, dass Russland um 2028/2029 wieder über entsprechende Fähigkeiten verfügen könnte. Deutschland erhöht parallel den Verteidigungsetat bis 2029 deutlich, um Haltung, Ausbildung und Ausrüstung zu unterlegen.
✅ Fazit Die dauerhafte Stationierung der Brigade in Litauen setzt ein klares Signal: Abschreckung ist keine Rhetorik, sondern eine Frage von Präsenz, Ausrüstung, Infrastruktur und Durchhaltefähigkeit. Politisch wie militärisch gilt es, Zusagen belastbar zu hinterlegen, Übungs‑ und Alarmfähigkeit hochzuhalten und Nachschubwege zu schützen. Wer Sicherheit verspricht, muss sie planvoll, effizient und ohne Illusionen über die Natur der Bedrohung liefern.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Entscheidung ist richtig und überfällig. Abschreckung wirkt nur, wenn sie sichtbar, belastbar und dauerhaft ist. Deutschland muss Ankündigungen konsequent in Truppenstärke, Ausrüstung, Übungstempo und geschützte Nachschubwege übersetzen. Halbherzigkeit schafft Verwundbarkeit, klare Kante schafft Sicherheit. Der verteidigungspolitische Kurs bis 2029 darf nicht verwässert werden, sondern braucht Priorität, Disziplin und Tempo.
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