📰 Landrat stellt sich gegen Zentralisierung Der Görlitzer Landrat Stephan Meyer hat am 2. Februar 2026 den Vorstoß der IHK Dresden, berufsschulische Ausbildung stärker in großen Zentren zu bündeln, klar zurückgewiesen; im Landkreis existierten leistungsfähige Berufsschulzentren, in die in den letzten Jahren viel Geld investiert worden sei, daran solle man festhalten und nicht irgendwelchem „Großstadtgerede“ hinterherrennen.
🧭 Ausgangspunkt der Debatte Ausgangspunkt ist eine Positionierung der IHK Dresden vom 22. Januar 2026: Hauptgeschäftsführer Lukas Rohleder plädiert für den Wechsel vom Wohnort- zum Standortprinzip und für eine Konzentration der Berufsschulen in Mittel- und Oberzentren mit guter Infrastruktur und Unterbringungsmöglichkeiten nahe bei betrieblichen Clustern.
🏫 Meyers Position Meyers Einspruch richtet sich gegen die Zentralisierungslinie; die im Kreis Görlitz aufgebauten Kapazitäten seien solide und leistungsfähig, eine Verlagerung Richtung Dresden sei weder sachlich geboten noch im Interesse der regionalen Betriebe und Jugendlichen, die Ausbildung solle vor Ort bleiben.
💶 Investitionen und Planungssicherheit Mit dem Hinweis auf getätigte Investitionen wirbt die Kreisverwaltung für Verlässlichkeit: Wo Steuermittel in moderne Standorte geflossen sind, besteht aus Sicht des Landkreises kein Anlass, gewachsene Strukturen zugunsten eines „Großstadt“-Ansatzes aufzugeben; konkrete Zahlen nannte Meyer nicht.
🏢 Kritik der IHK am Wohnortprinzip Die IHK bewertet das bisherige Wohnortprinzip als organisatorisch und pädagogisch nachteilig, weil Unternehmen Auszubildende über viele Schulen koordinieren müssten und zu kleinteilige Netze stabile Klassen sowie spezialisierte Angebote erschweren.
🎯 Argumente für zentrale Standorte Aus Sicht der Kammer könnte eine Fokussierung auf gut erreichbare Zentren die Qualität steigern und die duale Ausbildung attraktiver machen, auch mit Blick auf sinkende Klassenstärken und demografische Trends bis nach dem Schuljahr 2033/34; den Vorwurf, Zentren zögen die Fläche leer, weist die IHK zurück.
⚖️ Zielkonflikt in der Bildungspolitik Der Streit berührt den klassischen Zielkonflikt zwischen regionaler Bindung und Daseinsvorsorge einerseits sowie Effizienz, Spezialisierung und Standortnähe zu Betrieben andererseits.
🧩 Was auf dem Spiel steht Der Landkreis setzt auf bestehende Infrastruktur und Verlässlichkeit, die IHK auf strukturelle Straffung zur Sicherung von Qualität und Planungssicherheit; solange die Fortschreibung der Schulnetzplanung aussteht, bleibt die Frage, ob künftig nahe am Wohnort oder an wirtschaftlichen Knoten gelehrt wird, politisch und praktisch umkämpft.
📌 Kernfragen im Überblick Die Debatte bündelt zentrale Weichenstellungen für die berufsschulische Ausbildung und ihre Ausrichtung im Freistaat.
- Wohnortprinzip oder Standortprinzip
- Planungssicherheit durch investierte Standorte oder Straffung der Netze
- Stabile Klassen und Spezialisierung versus flächendeckende Präsenz
🗨️ Kommentar der Redaktion Wer gut funktionierende Strukturen aufgebaut und mit Steuergeld modernisiert hat, darf sie nicht einer abstrakten Zentralisierungslogik opfern. Subsidiarität und Verlässlichkeit sind Kernelemente konservativer Ordnungspolitik; sie sichern die Bindung an die Region und stärken lokale Betriebe. Die Effizienzargumente der IHK verdienen Prüfung, rechtfertigen aber keinen Kurs, der regionale Anker löst, bevor die Schulnetzplanung fortgeschrieben ist. Maßstab muss die Ausbildung vor Ort bleiben, nicht der vermeintliche Reiz zentraler Knoten. Meyers klare Absage an „Großstadtgerede“ setzt das richtige Signal.
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