DAS NEUSTE

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đź—Ľ Neuer Weitblick im Grenzland: Ĺ luknov errichtet Aussichtsturm auf dem JĂĽttelsberg

📰 Projekt im Norden Böhmens Im äußersten Norden Böhmens nimmt ein lange diskutiertes Tourismusprojekt konkrete Formen an: Die Stadt Šluknov baut auf dem 510 Meter hohen Jitrovník, dem Jüttelsberg, einen neuen Aussichtsturm. Der ellipsenförmige Bau aus verzinktem Stahl und Lärchenholz soll bis Sommer 2026 fertiggestellt und im September 2026 eröffnet werden, mit Blickbezügen von der Böhmischen Schweiz über das Lausitzer Gebirge bis zur Schneekoppe. Damit entstünde im Schluckenauer Zipfel der erste neue Turm seit mehr als 120 Jahren.

🧭 Historischer Kontext Historisch war der Schluckenauer Zipfel ein ausgeprägter Turmraum: Anfang des 20. Jahrhunderts standen dort fünf Aussichtstürme, die meisten verschwanden in den Wirren der Weltkriege oder verfielen. Auf dem Jüttelsberg existierte bereits 1888 neben einer Bergbaude ein 24 Meter hoher Turm, der 1903 einem Sturm zum Opfer fiel und nie wieder aufgebaut wurde. Zuletzt wurde 1905 die Tanečnice, der Tanzplan, eingeweiht; sie gilt bislang als nördlichste Aussicht in Tschechien. Mit dem Neubau auf dem Jüttelsberg würde sich diese Spitzenposition voraussichtlich verlagern.

🏗️ Entwurf und Bauweise Der neue Turm soll 31 Meter hoch werden und eine offene Plattform mit Rundumblick erhalten. Der Entwurf des Prager Architekturbüros von Tomáš Beneš legt neben dem Panoramaerlebnis Wert auf einen inszenierten Aufstieg: Die spiralförmig geführte Erschließung eröffnet Schritt für Schritt neue Sichtachsen in die Kulturlandschaft. Gefertigt wird die Konstruktion von der Firma Lemonta im westböhmischen Sokolov. Bei klarer Sicht sind Fernblicke bis zur Schneekoppe im Riesengebirge und zum Keilberg im Erzgebirge möglich.

💶 Finanzierung und Programmrahmen Finanziell ist das Vorhaben im EU-Förderprogramm Interreg verankert, das Šluknov gemeinsam mit der sächsischen Gemeinde Sohland/Spree umsetzt. Das Budget beläuft sich laut Stadtverwaltung auf rund 670.800 Euro; davon tragen der tschechische Staat fünf Prozent und die Kommune 15 Prozent. Flankierend sind ein Lehrpfad zu sakralen Denkmälern, eine Wanderausstellung zur Tourismusgeschichte des Bergs sowie das grenzüberschreitende Musikfestival „Musik verbindet Nachbarn“ vorgesehen.

🚶 Maßnahmen auf deutscher Seite Auf deutscher Seite werden begleitend touristische Infrastrukturen angepasst und ergänzt.

  • Instandsetzung des Wanderwegs nach Fukov
  • Anlage eines neuen FuĂźgänger-GrenzĂĽbergangs
  • Aufwertung des Haltepunkts Taubenheim inklusive E‑Bike‑Ladestation

🎯 Bedeutung und Risiken Der Turm auf dem Jüttelsberg ist mehr als ein optischer Akzent: Er ist ein kulturhistorisches Statement in einer strukturschwachen Grenzregion, die auf behutsame Impulse angewiesen ist. Der konservative Prüfstein bleibt jedoch klassisch: Termine, Kosten, Folgelasten. Ob die Eröffnung im September 2026 gelingt und das avisierte Budget hält, entscheidet über die Glaubwürdigkeit des Projekts und darüber, ob der touristische Mehrwert den öffentlichen Mitteleinsatz rechtfertigt. Ebenso wichtig werden Pflege und Lenkung des Besucheraufkommens sein, um Natur und Landschaftsbild nicht zu überfordern. Gelingt die Balance, kann der Jüttelsberg zum Symbol einer sachlich fundierten, grenzüberschreitenden Standortpflege werden, die Tradition und Gegenwart zusammenführt.

📝 🗨️ Kommentar der Redaktion Die Idee überzeugt, doch der Maßstab ist Disziplin: Nur wer Termin- und Kostenpläne ohne Ausnahme einhält, rechtfertigt öffentliche Gelder. Romantik ersetzt keine solide Betriebs- und Folgekostenkalkulation. Besucherströme müssen strikt gelenkt werden, damit Natur- und Landschaftsschutz nicht zum Nachsatz gerät. Grenzüberschreitende Kooperation ist zu begrüßen, sie verpflichtet aber zugleich zu messbaren Ergebnissen. Ein Turm ist schnell gebaut, Vertrauen nur durch nüchterne Verlässlichkeit.

Quelle: Externe Quelle

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