📰 Überblick An Sachsens Hochschulen drohen in dieser Woche punktuelle Arbeitsniederlegungen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat für Mittwoch, den 28. Januar 2026, Warnstreiks und Aktionen unter anderem in Leipzig, Dresden und Chemnitz angekündigt. Ziel sind höhere Löhne sowie ein eigener Tarifvertrag für studentische Beschäftigte. Die Aktionen sind Teil eines bundesweiten Hochschulaktionstages.
🧭 Hintergrund Auslöser ist der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder. Nach Darstellung der Gewerkschaft haben insbesondere niedrig eingruppierte Beschäftigte und wissenschaftlich Tätige in Teilzeit die Inflation der vergangenen Jahre besonders stark gespürt und seien auf Lohnerhöhungen angewiesen. Zudem kritisiert die GEW verdeckte Unterbezahlung durch Teilzeitverträge bei faktisch voller Arbeitsleistung und drängt auf einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte. Diese Argumentationslinie formulierte GEW-Vize David Jugel im Vorfeld der angekündigten Aktionen.
🏛️ Aufruf und Beteiligte Zum Warnstreik aufgerufen sind Beschäftigte an Universitäten, öffentlichen Hochschulen, Studierendenwerken, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften sowie an wissenschaftlichen Bibliotheken. Auch studentische beziehungsweise wissenschaftliche Hilfskräfte sollen sich beteiligen.
📍 Ablauf und Schwerpunkte Die Arbeitsniederlegungen sind auf Mittwoch terminiert und in einen bundesweiten Aktionstag eingebettet, mit regionalen Schwerpunkten in Leipzig, Dresden und Chemnitz.
⚠️ Mögliche Auswirkungen Je nach Beteiligung könnten Lehre, Verwaltung und Serviceangebote kurzfristig beeinträchtigt sein.
🔎 Einordnung und Ausblick Die Eskalation im Tarifkonflikt erreicht damit den sensiblen Bereich der Hochschulen, Einrichtungen, die von Verlässlichkeit und Planbarkeit leben und überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Warnstreiks sind ein legitimes Mittel, verlangen jedoch Augenmaß, da sie Studierende und Forschungsabläufe belasten, ohne automatisch zu tragfähigen Lösungen zu führen. Vor dem Hintergrund angespannter Landeshaushalte erscheint es geboten, zügig und sachorientiert an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine Einigung zu erzielen, die sowohl der Leistung der Beschäftigten als auch der finanziellen Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern gerecht wird.
🗨️ Kommentar der Redaktion Hochschulen leben von Verlässlichkeit und dürfen nicht zum Spielball kurzfristiger Arbeitskampfrituale werden. Das Anliegen nach fairer Bezahlung ist nachvollziehbar, doch Forderungen müssen sich an der Realität knapper öffentlicher Mittel orientieren. Warnstreiks sollten, wenn überhaupt, äußerst maßvoll eingesetzt werden, um Studierende und Forschung nicht zum Kollateralschaden zu machen. Entscheidend ist, dass beide Seiten unverzüglich ernsthaft verhandeln und Ergebnisse liefern, statt sich in Symbolpolitik zu erschöpfen. Verantwortlich ist eine Lösung, die Leistung anerkennt und zugleich die Steuerzahler schützt.


