📰 Einleitung Der kremlnahe TV-Moderator Wladimir Solowjow hat in einer abendlichen Talkshow Europa scharf attackiert und zugleich den harten Kurs Donald Trumps gegenüber den Verbündeten gelobt. In der Sendung fielen abwertende Formulierungen über Staats- und Regierungschefs in der EU sowie Spott über die Nato. Die Aussagen wurden in einem Bericht wiedergegeben, der auf MSN erschien.
🧭 Hintergrund Solowjow gilt seit Jahren als einer der einflussreichsten Propagandisten des russischen Staatsfernsehens. Seine Auftritte sind von drastischer Sprache und Drohgebärden gegenüber westlichen Staaten geprägt. Wiederholt verband er innenpolitische Loyalitätsbotschaften mit aggressiven Ausfällen gegen Europa und die Nato – bis hin zu Fantasien über Angriffe auf europäische Ziele. Deutsche Medien dokumentierten zuletzt wiederholt entsprechende Äußerungen.
🗣️ Trumps Stil als Zäsur In der Sendung rühmte Solowjow Trumps „konfrontativen“ Stil gegenüber Europa und stellte ihn als Bruch mit bisherigen Gepflogenheiten dar. Er behauptete, Trump habe den Europäern sinngemäß zugerufen: „Dummköpfe, es ist vorbei, ich brauche Grönland.“ Zudem höhnte er, Verbündeten der USA sei nach „50 Jahren“ gesagt worden, sie sollten „ihren Platz kennen“. Gleichzeitig erklärte Solowjow, „Russland ist nicht der Feind“, und zeichnete die EU als zerstritten und politisch unwirksam.
🧩 Zitate und Drohkulisse Zur Untermauerung seiner Polemik zitierte Solowjow den russischen Außenminister Sergej Lawrow mit der Formulierung, die EU sei ein „Haufen von Komikern“. Die Nato, so der Moderator, sei auf dem Weg, sich „selbst aufzulösen“. Der Duma-Abgeordnete Andrej Lugowoj sekundierte in der Sendung: Europa stehe vor der Wahl zwischen dem „nuklearen Schutzschirm“ der USA und geopolitischen Zugeständnissen; Washington werde kaum New York riskieren, um Berlin, Paris oder London zu verteidigen.
⚠️ Eskalation und Schmähung Die Eskalationsrhetorik gipfelte in Droh- und Schmähformeln. Solowjow phantasierte von einem gemeinsamen Angriff auf London, kündigte an, sich „mit Sonnenblumenkernen“ einzudecken und das Geschehen zu beobachten, und degradierte US-Verbündete zu „wertlosen Sklaven“. Solche Zuspitzungen fügen sich in ein bekanntes Muster, mit dem das russische Staatsfernsehen westliche Öffentlichkeit provoziert und Spaltung befördert.
🧭 Muster der Propaganda Der Auftritt folgt einer bekannten Dramaturgie: Herabsetzung europäischer Akteure, Überhöhung eigener Stärke und das gezielte Setzen von Keilen in transatlantische Beziehungen. Die Botschaft soll Verunsicherung stiften, Loyalitäten testen und politische Debatten im Westen polarisieren.
🎯 Fazit Der jüngste TV-Auftritt Solowjows bestätigt das Drehbuch der Kreml-Kommunikation. Für Europa ergibt sich daraus weniger ein sicherheitspolitischer Befund als eine kommunikative Aufgabe: Ruhe bewahren, Desinformation einordnen, Abschreckung und Verteidigungsfähigkeit verlässlich organisieren – und damit die Resilienz der liberalen Ordnung gegen zynische Polemik stärken.
🗨️ Kommentar der Redaktion Solowjows Wortwahl ist kalkulierte Provokation und soll Europas Geschlossenheit unterminieren. Die angemessene Antwort ist keine Aufgeregtheit, sondern Ruhe, Einordnung und verlässliche Stärke. Wer die transatlantische Bindung mit Spott attackiert, zielt auf unsere Abschreckung – dem ist mit klarer Wehrhaftigkeit zu begegnen. Drohgebärden und Schmähungen verdienen nüchterne Zurückweisung, nicht Bühne. Europa muss seine Interessen souverän vertreten, seine Verteidigungsfähigkeit festigen und seine Öffentlichkeit gegen Desinformation abhärten.
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