📰 Knappe Mehrheit für Rotorange In Görlitz hat eine Bürgerbeteiligung zur Fassadenfarbe des geplanten Anbaus der Stadthalle eine klare Tendenz ergeben: Eine knappe Mehrheit votierte für ein changierendes Rotorange. Rund 7.000 Teilnehmende gaben ihre Stimme ab; das endgültige Votum liegt nun beim Stadtrat, der am 29. Januar entscheiden soll (Stand: 21. Januar 2026).
🧭 Beratend, nicht bindend Die Umfrage war als beratendes Instrument angelegt und bindet die Entscheidungsträger nicht. Gleichwohl gilt das Ergebnis als Signal, das der Stadtrat in seine Abwägung einbeziehen will.
🎨 Zwei Farbvarianten im Vergleich Zur Wahl standen zwei Optionen: ein auffälliges Rotorange und ein zurückhaltendes Sandmetallic. Aus konservativer Sicht bleibt entscheidend, dass die repräsentative Architektur und das Stadtbild im Ganzen bedacht werden; die Abstimmung liefert hierfür lediglich einen Stimmungsindikator.
📊 Deutliche Unterschiede nach Beteiligungsweg Im Online-Teil der Befragung erreichte das Rotorange mehr als 61 Prozent der Stimmen. Bei den Papierfragebögen zeigte sich hingegen ein anderes Bild: Dort lag Sandmetallic mit fast 79 Prozent vorn. Zusammengenommen ergibt sich dennoch ein Vorsprung für das Rotorange, das insgesamt auf knapp 57 Prozent kommt.
🔎 Anforderungen an Transparenz Angesichts der auseinandergehenden Teilresultate von Online- und Papierabstimmung ist Transparenz über Methodik, Gewichtung und Repräsentativität unerlässlich. Nur eine nachvollziehbare Aufbereitung der Daten kann das Ergebnis sachgerecht in den Entscheidungsprozess überführen.
🏛️ Entscheidung und Maßstäbe Das Ergebnis der Bürgerumfrage dient dem Stadtrat als Entscheidungshilfe; die förmliche Wahl einer Variante ist für den 29. Januar vorgesehen. Die Verantwortung liegt beim Gremium: Es sollte seine Entscheidung nachvollziehbar begründen – mit Blick auf Denkmalschutz, städtebauliche Einbindung und die langfristige Wirkung auf das Stadtbild.
🗨️ Kommentar der Redaktion Bürgerbeteiligung ist wertvoll, doch sie ersetzt nicht die hoheitliche Abwägung. Ein repräsentativer Bau verlangt Zurückhaltung und Maß, nicht kurzfristige Effekte. Angesichts der widersprüchlichen Teilresultate sollte der Stadtrat nüchtern prüfen, ob eine kraftvolle Farbgebung dem historischen Kontext standhält. Wo Zweifel bestehen, ist Mäßigung die konservative Tugend: Eine dezente Lösung schützt Würde, Dauerhaftigkeit und städtebauliche Ordnung. Die Entscheidung muss dem Stadtbild dienen – nicht dem Zeitgeist.


