🌳 Neues Nachschlagewerk online Die Oberlausitz-Stiftung in Görlitz hat gemeinsam mit Partnern aus Österreich und der Schweiz ein frei zugängliches Streuobst‑Wiki online gestellt. Seit Dezember 2025 ist die Seite abrufbar und verzeichnet bereits über 10.000 Aufrufe. Ziel ist es, praxisnahes, überprüftes Wissen zu Obstsorten, Krankheiten und Pflegefragen zentral zu bündeln – nutzerfreundlich aufbereitet und kostenfrei.
🧑🌾 Hintergrund und Antrieb Die Initiative geht auf Michael Schlitt, Mitgründer und Vorstand der Oberlausitz‑Stiftung, zurück. Er setzt sich seit Jahren für den Erhalt alter Obstsorten und der regionalen Streuobstkultur ein. Mit dem Wiki will die Stiftung Wissen, das bislang oft parallel in Projekten und Vereinen erarbeitet wurde, auf einer Plattform zusammenführen – in Anlehnung an das Prinzip von Wikipedia.
🛠️ Technik und Qualitätssicherung Die technische Umsetzung übernahm das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal. Die Inhalte werden ehrenamtlich erstellt und vor Veröffentlichung überprüft. Damit verbindet das Angebot Offenheit mit einer redaktionellen Kontrolle.
📚 Breite Inhalte für die Praxis Inhaltlich deckt das Portal ein breites Spektrum ab: von Apfel, Birne, Pflaume und Kirsche bis hin zu Walnuss, Edelkastanie und Maulbeere. Neben Sortenkunde finden sich Beiträge zu Schaderregern, Krankheiten und Düngung sowie zu der zunehmend zentralen Frage, welche Arten und Sorten unter veränderten Klimabedingungen tragfähig sind. Nutzer erhalten damit eine erste, strukturierte Orientierung und weiterführende Hinweise.
🤝 Grenzüberschreitende Kooperation Das Projekt ist grenzüberschreitend angelegt. Hauptpartner sind der österreichische Verein Arche Noah mit mehr als 20.000 Mitgliedern sowie der Schweizer Verein Fructus.
💶 Finanzierung und Ehrenamt Für die 18‑monatige Startphase konnte die Stiftung EU‑Mittel in Höhe von 30.000 Euro einwerben. Das Angebot bleibt kostenfrei; Pflege und Erweiterung erfolgen ehrenamtlich. Neue Inhalte werden von der Redaktion geprüft, bevor sie eingepflegt werden – ein notwendiger Qualitätsfilter angesichts wachsender Informationsfülle im Netz.
🎯 Nutzen und Signalwirkung Das Streuobst‑Wiki stärkt den Wissenstransfer zwischen Praxis und Forschung und setzt ein konservatives Signal: Bewahren durch fundiertes Wissen und verlässliche Kuratierung. Für Gartenbesitzer und Kommunen in frost- und dürreanfälligen Regionen ist der Ansatz ein handfestes Werkzeug für sachgerechte Entscheidungen.
🔭 Ausblick und Erfolgsfaktoren Ob der digitale Ansatz dauerhaft trägt, entscheidet sich an zwei Punkten: erstens an der kontinuierlichen Aktualisierung durch eine stabile Gemeinschaft von Fachleuten und Praktikern; zweitens an der Finanzierung über die Startphase hinaus. Die Zugriffszahlen zeigen ein klares Interesse – nun muss sich erweisen, ob das Angebot langfristig gepflegt, vertieft und vor Doppelstrukturen geschützt wird.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Ansatz ist richtig und überfällig: Wissen wird nicht durch Masse, sondern durch Prüfung und Ordnung wertvoll. Die redaktionelle Kontrolle und das Ehrenamt setzen die notwendigen Maßstäbe. Entscheidend wird sein, ob nach 18 Monaten Finanzierung und personelle Kontinuität gesichert sind. Doppelstrukturen zu vermeiden, muss Priorität haben, damit die Kräfte gebündelt bleiben. Wer Verantwortung für Kulturlandschaft übernimmt, setzt auf Verlässlichkeit statt auf schnelle Effekte.


