📉 Zartes Plus nach zwei Rezessionen Nach zwei Rezessionsjahren hat die deutsche Wirtschaft 2025 nur knapp die Trendwende geschafft: Das Bruttoinlandsprodukt legte preisbereinigt um 0,2 Prozent zu. Für viele Volkswirte ist das kein Grund zur Entwarnung. Mehrere Ökonomen sprechen von einem „verlorenen Jahr“ und fordern von der Merz-Regierung spürbare Strukturreformen, um den Standort aus der Stagnation zu führen.
🧮 Wirtschaft auf Vorkrisenniveau Trotz des zarten Plus liegt die Wirtschaftsleistung faktisch auf Vorkrisenniveau; erst jetzt übersteigt sie das Jahr 2019 minimal. Der Kieler Konjunkturexperte Nils Jannsen spricht von einer einmaligen Ausnahmesituation – sechs Jahre ohne steigendes BIP habe es in der Bundesrepublik noch nicht gegeben.
🛒 Konsum trägt, Investitionen schwächeln Getragen wurde das Mini-Wachstum vor allem von Konsum und höheren Staatsausgaben. Die für künftige Produktivität entscheidenden Investitionen sanken. Zugleich fiel der Außenbeitrag auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten.
🏦 Scharfe Töne aus der Finanzwirtschaft „Es spricht Bände, dass die Wirtschaftsleistung nur so hoch ist wie vor der Pandemie“, sagt Alexander Krüger (Hauck Aufhäuser Lampe) und moniert mangelnden Reformwillen. Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater nennt 2025 „ein weiteres verlorenes Jahr“ – das geringe Wachstum hänge am Staat, nicht an unternehmerischer Dynamik.
🏭 Verbände verlangen Kurswechsel Wirtschaftsverbände pochen auf einen belastbaren Kurswechsel: weniger Bürokratie, verlässliche und niedrigere Energiekosten, schnellere Genehmigungen. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov fordert nach einem „Herbst der Reförmchen“ ein „Jahr der echten Reformen“, um verlorene Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.
🏛️ Regierung verweist auf fiskalischen Booster Das Bundeswirtschaftsministerium setzt auf einen fiskalischen „Booster“ mit zusätzlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur ab 2026, räumt jedoch ein, dass jüngste Daten noch keine breite Belebung zeigen.
🧭 Diagnose der Ökonomen Die Einschätzung ist eindeutig: Ohne eine konsequente Angebotspolitik bleibt Deutschland im Seitwärtsgang. Die aktuelle Entwicklung spiegelt ein Umfeld wider, in dem Impulse von Konsum und Staat private Dynamik nicht ersetzen.
🚀 Was jetzt nötig ist Gefordert sind ein straffes Entfesselungsprogramm für Investitionen, verlässliche Energiepreis- und Netzstrategien, planbare Steuer- und Abschreibungsbedingungen sowie der spürbare Abbau von Regulierungslasten.
🔭 Ausblick Der Staat kann Impulse setzen – tragen muss die Erholung aber die private Wirtschaft. Damit aus dem „verlorenen Jahr“ kein verlorenes Jahrzehnt wird, sind Prioritäten gefragt, die Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Eigenverantwortung ins Zentrum stellen.
🗨️ Kommentar der Redaktion 0,2 Prozent Wachstum nach zwei Rezessionsjahren ist ein Alarmsignal, kein Erfolg. Wenn die Wirtschaftsleistung erst sechs Jahre nach 2019 minimal darüber liegt, ist der Handlungsbedarf offensichtlich. Die Merz-Regierung muss jetzt eine klare, angebotsorientierte Reformagenda liefern – Bürokratie abbauen, Energiekosten verlässlich senken, Genehmigungen beschleunigen. Ein fiskalischer Booster ab 2026 reicht nicht; die Weichen müssen sofort gestellt werden. Deutschlands Erholung kann und muss von privater Initiative getragen werden – der Staat hat dafür verlässliche Rahmen zu schaffen.


