🧭 Merz setzt auf NATO-Präsenz im Hohen Norden – Signal an Trump und Schutz für Grönland

🛡️ Einordnung Bundeskanzler Friedrich Merz hat am 12. Januar 2026 eine stärkere Präsenz der NATO in und um Grönland befürwortet, reagiert damit auf die verschärften Besitzansprüche von US‑Präsident Donald Trump und verbindet das mit dem Ziel, die Sicherheit des dänischen Territoriums zu erhöhen sowie transatlantische Spannungen zu entschärfen. Merz erwartet, dass sich die USA an einem solchen Ansatz beteiligen.

🧭 Hintergrund Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit NATO‑Gebiet. Die Insel gewinnt sicherheitspolitisch an Bedeutung – strategisch wegen Seewegen und Frühwarnsystemen, politisch wegen der Rivalität großer Mächte im arktischen Raum. In europäischen Hauptstädten wächst die Sorge, dass Washingtons Rhetorik über Eigentumsrechte an Grönland die Kohäsion des Bündnisses beschädigt. Deshalb wird eine Lösung im NATO‑Rahmen diskutiert, die dänische Souveränität respektiert und zugleich die Sicherheitslage sichtbar stärkt. Als Vorbild skizzieren Diplomaten die Ostsee‑Überwachung „Baltic Sentry“; für den Norden kursiert der Name „Arctic Sentry“.

🛰️ Geplanter NATO‑Ansatz Laut Berichten arbeitet eine Gruppe europäischer Staaten, angeführt von Großbritannien und Deutschland, an einem Vorschlag für eine NATO‑Mission, die Grönland und den arktischen Luftraum stärker überwacht. Merz erklärte während seines Indien‑Besuchs, man teile die amerikanische Besorgnis, „dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss“, und wolle die Sicherheitslage „gemeinsam verbessern“. Er gehe davon aus, „dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen“.

🤝 Deutsche Diplomatie Parallel bereitet Außenminister Johann Wadephul Gespräche in Washington vor, um Eckpunkte und Rollen im Bündnisrahmen auszuloten.

🇺🇸 US‑Position US‑Präsident Trump zeigte sich unterdessen unbeeindruckt von NATO‑Überlegungen. An Bord der Air Force One verwies er auf den bestehenden US‑Stützpunkt auf Grönland und stellte in Aussicht, dort Kräfte zu verstärken – entscheidend sei für ihn jedoch, dass die USA „Eigentümer“ der Insel würden. Diese Linie verschärft die Spannungen, weil sie jenseits des Völkerrechts liegt und den Verbündeten Dänemark direkt tangiert.

🌐 Signal an Partner und Rivalen Aus Berlin und europäischen Partnerhauptstädten wird die Initiative als doppeltes Signal verstanden.

  • An Moskau und Peking, dass die Allianz ihre nördliche Flanke ernst nimmt.
  • An Washington, dass Sicherheit in der Arktis kooperativ organisiert wird und nicht durch Eigentumsforderungen – mit dem Ziel, Trump den Vorwand zu entziehen, die Region sei unzureichend geschützt.

⚖️ Bedingungen und Risiken Entscheidend wird sein, den Auftrag eng zu definieren, die dänische Souveränität unangetastet zu lassen und Washington auf Regeln statt Besitzansprüche zu verpflichten. Gelingt der Balanceakt, stärkt Europa die eigene Handlungsfähigkeit und hält die NATO zusammen; scheitert er, droht der Streit um Grönland zu einem Präzedenzfall zu werden, der das Bündnis auf eine gefährliche Probe stellt.

🔭 Ausblick Der angedachte Ansatz einer Mission nach dem Vorbild „Arctic Sentry“ steht für eine nüchterne, zweckrationale Linie: mehr Sichtbarkeit des Bündnisses, klare Rückendeckung für Dänemark, kein Bruch mit den USA – wehrhaft, aber in bestehende Strukturen eingebettet.

🗨️ Kommentar der Redaktion Merz wählt den einzig verantwortbaren Kurs: Abschreckung durch Präsenz, Respekt vor dänischer Souveränität, Kooperation im Bündnis. Eigentumsforderungen an Grönland sind politisch toxisch und rechtlich abwegig; sie dürfen die NATO nicht treiben. Eine klar umrissene Mission im NATO‑Rahmen ist die konservative Antwort auf Machtpolitik im Hohen Norden. Die USA sind als Partner unverzichtbar, nicht als „Eigentümer“. Europa muss auf Regeln bestehen, damit Sicherheit nicht zur Verhandlungsmasse wird.

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