đŠđ° Verteidigungssouveränität bekräftigt Dänemark unterstreicht die GĂźltigkeit einer seit 1952 bestehenden Standorder, die Soldaten verpflichtet, bei einem Angriff auf dänisches Territorium, einschlieĂlich GrĂśnlands, unverzĂźglich zu kämpfen â auch ohne ausdrĂźckliche Befehle von oben. Das gilt nach BehĂśrdenangaben selbst dann, wenn der Angriff von Truppen eines VerbĂźndeten ausgeht. Die Richtlinie rĂźckte in den Fokus, nachdem US-Präsident Donald Trump wiederholt eine gewaltsame Kontrolle Ăźber GrĂśnland ins Spiel gebracht hatte; Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte, ein solcher Schritt wĂźrde das Ende der NATO bedeuten. Verteidigungsministerium und Verteidigungskommando bestätigten gegenĂźber dänischen Medien die fortbestehende GĂźltigkeit der Order.
đ°ď¸ Historischer Kontext Die Standorder entstand in der frĂźhen Phase des Kalten Krieges als Lehre aus dem deutschen Ăberfall von 1940, um zu verhindern, dass Kommunikationsausfälle und EntscheidungsverzĂśgerungen militärisches Handeln lähmen. Sie legt fest, dass bei Angriffen auf dänisches Territorium oder auf dänische Kräfte unverzĂźglich der Kampf aufzunehmen ist, ohne auf formelle Kriegserklärungen oder nachgeordnete Genehmigungen zu warten. Nach offizieller Lesart ist die Anweisung bis heute in Kraft; im Ernstfall wĂźrde das Arktische Kommando die Bewertung der Angriffslage Ăźbernehmen.
â ď¸ AuslĂśser der Debatte Anlass der aktuellen Diskussion ist Trumps erneute Drohung, die Kontrolle Ăźber GrĂśnland notfalls militärisch zu erzwingen â ein VorstoĂ, den Kopenhagen wie Nuuk strikt ablehnen. Frederiksen erklärte am Montag, dem 12. Januar 2026, gegenĂźber TV2, ein Angriff der USA auf dänisches Hoheitsgebiet wĂźrde die Sicherheitsarchitektur der Nachkriegszeit infrage stellen.
đ¤ Diplomatische Schritte Parallel bereitet Kopenhagen Gespräche mit Washington vor. US-AuĂenminister Marco Rubio kĂźndigte ein Treffen in der kommenden Woche an; die grĂśnländische Regierung bekräftigte ihre Teilnahme und betonte, dass Ăźber GrĂśnland nicht ohne GrĂśnland verhandelt werde.
đĄď¸ Strategische Bedeutung Die bekräftigte Standorder sendet ein nĂźchternes Signal: BĂźndnistreue ist kein Blankoscheck, sondern gilt im Rahmen des VĂślkerrechts mit dem Primat der territorialen Integrität. Politisch wirkt der Befehl doppelt â nach auĂen als Abschreckung gegen NĂśtigung, nach innen als Versicherung robuster Befehlsketten im Ernstfall. Zugleich zeigt der Streit um GrĂśnland, wie empfindlich die NATO wäre, sollte ein Mitglied militärisch gegen ein anderes vorgehen. Vor diesem Hintergrund sind rasche Klarstellungen aus Washington ebenso geboten wie eine geschlossene Linie der Allianzpartner, damit ein historischer Notfallbefehl eine Versicherung bleibt, die nie eingelĂśst werden muss.
đ¨ď¸ Kommentar der Redaktion Die dänische Position ist richtig und Ăźberfällig: Souveränität und territoriale Integrität sind nicht verhandelbar, auch nicht unter Partnern. Wer militärische Drohungen in den Raum stellt, stellt die Grundordnung der Nachkriegszeit infrage und gefährdet die BĂźndnisdisziplin. Kopenhagen setzt das richtige Signal, indem es Recht und Verteidigungsbereitschaft klar miteinander verbindet und auf Gespräche drängt. Aus Washington braucht es nun unmissverständlichen Klartext, der jede Form von Gewaltfantasie ausschlieĂt. Ein BĂźndnis, das solche roten Linien nicht schĂźtzt, schwächt seine Abschreckung und Ăśffnet TĂźr und Tor fĂźr weitere AnmaĂungen.


