📈 Langzeitarbeitslosigkeit unter Schutzsuchenden nimmt stark zu – BA-Zahlen zeigen wachsende Integrationslücke

📰 Kernbefund Die jüngsten Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit zeichnen ein ernüchterndes Bild: Die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen aus Asylherkunftsländern hat sich binnen eines Jahrzehnts nahezu verfünffacht, zugleich liegt die Gesamtzahl der Langzeitarbeitslosen wieder deutlich über der Millionenschwelle – ein Signal für anhaltende strukturelle Probleme am Arbeitsmarkt.

📊 Definition und Umfang Als langzeitarbeitslos gilt, wer mindestens zwölf Monate ohne Beschäftigung ist. Zum Stichtag November 2025 waren 1.042.517 Personen betroffen; mehr als jeder dritte Arbeitslose in Deutschland ist damit langzeitarbeitslos, der Anteil liegt bei 36,1 Prozent.

🌍 Ausländeranteil steigt Besonders dynamisch ist der Anstieg bei Ausländern: Ihr Bestand wuchs seit 2014 von 196.122 auf 317.377. Inzwischen hat etwa jeder dritte Langzeitarbeitslose keinen deutschen Pass.

🧭 Asylherkunftsländer im Fokus Im Segment der Asylherkunftsländer wurden 2014 19.053 langzeitarbeitslose Personen gezählt, 2024 bereits 92.244 – beinahe eine Verfünffachung innerhalb von zehn Jahren.

💶 Finanzielle Dimension Die Leistungen für Langzeitarbeitslose belaufen sich auf 9,9 Milliarden Euro. Davon entfallen 3,26 Milliarden Euro Bürgergeld auf ausländische Langzeitarbeitslose; Wohn-, Gesundheits- und Rentenfolgen sind in diesen Summen nicht enthalten.

🎓 Qualifikationsdefizite und Vermittlungserfolge 60,3 Prozent der Langzeitarbeitslosen verfügen über keinen Berufsabschluss, mehr als 23 Prozent nicht einmal über einen Hauptschulabschluss. 2024 gelang lediglich 155.000 Langzeitarbeitslosen der Übergang in Beschäftigung.

📉 Konjunkturelle Einordnung Für das Gesamtbild des Arbeitsmarktes relevant: Im Dezember 2025 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen auf 2,908 Millionen, die Arbeitslosenquote legte auf 6,2 Prozent zu – ein weiterer Hinweis auf fehlenden Rückenwind aus der Konjunktur.

🧩 Integrationslücke Die Befunde verweisen auf eine wachsende Lücke zwischen Qualifikationsprofilen und betrieblichem Bedarf. Ohne konsequente Sprach- und Berufsqualifizierung, klare Mitwirkungspflichten und wirksame Anreize zur schnellen Arbeitsaufnahme droht sich der Trend zu verfestigen – mit steigenden fiskalischen Belastungen und geringeren Chancen auf Teilhabe.

🧭 Politischer Prüfstein Die aktuellen Zahlen sind mehr als eine Momentaufnahme. Sie werden zum Prüfstein für eine Arbeits- und Migrationspolitik, die Ergebnisse statt Absichtserklärungen liefern muss.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Zahlen sind ein Alarmsignal. Integration darf kein Verwalten, sondern muss ergebnisorientiert sein. Wer dauerhaft Leistungen bezieht, muss spürbare Mitwirkungspflichten erfüllen, der Staat klare Anreize setzen und konsequent nachhalten. Sprach- und Berufsqualifizierung sind Pflicht, nicht Kür, und sie müssen früh, verbindlich und passgenau erfolgen. Ohne Kurswechsel verfestigt sich die Abhängigkeit von Transfers – mit hohen Kosten und vertanen Chancen für alle.

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