🚂 Miniaturen mit Anspruch in Löbau – Traditionsmesse punktet, Prestigezug bleibt draußen

🛤️ Auftakt und Eckdaten Vom 9. bis 11. Januar 2026 öffnet der Messe- und Veranstaltungspark Löbau zur „Modell+Bahn-Ausstellung“. Geboten wird ein breit gefächertes Programm für Eisenbahn-, Fahrzeug-, Flugzeug- und Schiffsmodellbauer – allerdings ohne den vielbeachteten „ICE des Ostens“, der wegen technischer Probleme erneut pausiert. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr; Tickets kosten 12 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder und 30 Euro als Familienkarte. Karten sind im Vorverkauf und an der Tageskasse erhältlich.

🏛️ Tradition und Kontinuität Die Traditionsschau, verantwortet vom Görlitzer Modelleisenbahnverein in Zusammenarbeit mit der Stadt Löbau und dem Messepark, findet in diesem Jahr zum 19. Mal statt. Nach der pandemiebedingten Zwangspause wagten die Organisatoren bei der 18. Auflage den Neustart; nun soll die Kontinuität gesichert werden. Krankheitsbedingte Ausfälle schmälern das Programm zwar leicht, ändern aber nichts am Anspruch der Veranstaltung.

🚆 Modellbahn im Fokus In den Hallen sind 37 Modelleisenbahnanlagen unterschiedlicher Spurweiten zu sehen. Darunter finden sich Großanlagen ebenso wie Beiträge aus Frankreich und Polen. Die Spannbreite reicht von detailreichen Schauanlagen bis zu technisch anspruchsvollen Streckenbildern.

🚉 Erweiterung am ehemaligen Güterbahnhof Ergänzend öffnen die Ostsächsischen Eisenbahnfreunde ihre Räume am früheren Güterbahnhof und zeigen elf weitere Anlagen. Neu dabei sind unter anderem Motive der Zackenbahn im Riesengebirge sowie eine Anlage nach dem Film „Die Olsenbande fährt nach Jütland“. Damit erweitert sich das Spektrum um historische und filmische Vorbilder.

✈️ Flug, Fahr und Schiff Neben der Spurwelt präsentieren 15 Vereine und Einzelaussteller Flug-, Fahr- und Schiffsmodelle. Teilweise finden Vorführungen statt, die die technische Funktionsweise exemplarisch demonstrieren und die Vielfalt des Hobbys anschaulich machen.

🛠️ Weniger Handel, mehr Handwerk Die Messe setzt bewusst nicht auf Verkaufsdominanz. Lediglich fünf Händler sind zugelassen; der Schwerpunkt liegt auf dem Hobby und seinem handwerklichen Anspruch. Damit bleiben Werkstattgeist und Wissensvermittlung im Mittelpunkt.

🚄 SVT Görlitz bleibt Thema, nicht Exponat Besonderes Interesse gilt dem historischen Schnelltriebwagen SVT Görlitz, dem „ICE des Ostens“. Die SVT Görlitz GmbH ist mit einem Infostand präsent, der Zug selbst bleibt wegen anhaltender Technikprobleme außen vor. Nach einer ursprünglich für August 2025 avisierten Inbetriebnahme peilen die Verantwortlichen nun das dritte Quartal 2026 an und werben weiterhin um Unterstützung.

🧩 Fazit Die Löbauer Ausstellung setzt ein klares Signal gegen Event-Budenzauber: Qualität, Vereinsarbeit und lebendige Technikvermittlung stehen vor Kirmesverkauf. Dass der SVT erneut fehlt, ist ernüchternd, zeigt aber die Realität substantieller Restaurierungen: Sie verlangen Zeit, Geld und Präzision. Gelingt der Fahrplan für 2026, könnte die Schau im kommenden Jahr um genau jenes Stück ostdeutscher Eisenbahngeschichte reicher sein, das ihrer Linie entspricht – weniger Spektakel, mehr Substanz.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der eingeschlagene Kurs ist richtig: Wer Qualität und Vereinsarbeit priorisiert, stärkt das Fundament des Hobbys und nicht nur seinen Marktwert. Beim SVT gilt konservative Nüchternheit: lieber warten, bis Technik und Betrieb reif sind, als halbe Lösungen zu feiern. Das Ziel drittes Quartal 2026 muss nun verbindlich gelten; Unterstützer verdienen Klarheit und sichtbare Fortschritte. Löbau beweist, dass Verlässlichkeit und handwerkliche Disziplin mehr tragen als Eventeffekte. Eine solche Messe ist ein Statement gegen Beliebigkeit – und dafür, dass Substanz sich am Ende auszahlt.

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