📰 Überblick Der Regionale Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien hat den Entwurf für neue Vorranggebiete der Windenergie in den Landkreisen Bautzen und Görlitz auf den Weg gebracht. Der Plan soll im Frühjahr 2026 öffentlich einsehbar sein und signalisiert, dass der Ausbau in der Region konkreter wird. Regionalplaner Jörg Weichler erläuterte, wo Windkraft künftig vorrangig möglich sein könnte, und kündigte an, dass die Kreise Bautzen und Görlitz in den kommenden Jahren mehr Flächen einräumen werden.
📍 Rechtlicher Rahmen Die Teilfortschreibung betrifft ausschließlich das Kapitel zur Windenergienutzung des Regionalplans, der seit dem 26. Oktober 2023 rechtskräftig ist. Rechtlich ist der Planungsverband verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2027 zwei Prozent der Regionsfläche als Vorranggebiete für Windenergie auszuweisen. Der räumliche Geltungsbereich umfasst die gesamte Planungsregion mit den Landkreisen Bautzen und Görlitz.
🗓️ Zeitplan und Verfahren Bereits am 27. März 2024 wurde ein Vorentwurf als Eckpunktepapier freigegeben, anschließend wurden die Träger öffentlicher Belange vom 10. Mai bis 5. Juli 2024 beteiligt. Parallel läuft die gesetzlich vorgeschriebene Umweltprüfung samt Scoping. Ursprünglich war ein vollständiger Planentwurf im Jahr 2025 vorgesehen, nun soll die Öffentlichkeit die Unterlagen im Frühjahr 2026 einsehen können. Das deutet auf einen verlängerten Prozess hin.
- 26. Oktober 2023: Regionalplan rechtskräftig
- 27. März 2024: Freigabe des Eckpunktepapiers
- 10. Mai bis 5. Juli 2024: Beteiligung der Träger öffentlicher Belange
- Ursprünglich 2025: geplanter vollständiger Entwurf
- Frühjahr 2026: öffentliche Einsicht der Unterlagen
🗺️ Inhalt des Entwurfs Der anstehende Planentwurf wird die künftigen Vorranggebiete zeichnerisch darstellen und begründen. Damit wird erstmals sichtbar, welche Areale in der Oberlausitz für Windräder prioritär in Betracht kommen. Für die Region bedeutet dies: Mehr Raum für Windkraft ist politisch gesetzt, über die genaue Lage und Abgrenzung entscheidet der förmliche Entwurf mit seinen Umwelt- und Abwägungsunterlagen.
⚖️ Abwägung und Umweltprüfung Die Teilfortschreibung folgt den gesetzlichen Vorgaben der Raumordnung und des sächsischen Landesplanungsrechts, enthält eine Umweltprüfung und eine systematische Abwägung konkurrierender Belange. Erst wenn dieser Unterbau steht, können Entscheidungen tragfähig getroffen werden.
- Landschaftsbild
- Natur- und Artenschutz
- Siedlungsentwicklung
- Infrastruktur
- Landesverteidigung
🧩 Beteiligung und Planungssicherheit Wenn die Grundlagen vorliegen, können Investoren und Gemeinden verlässlich planen. Im Beteiligungsverfahren erhalten Kommunen und Bürger Gelegenheit zur Stellungnahme. Zugleich schafft der Regionalplan Rechtsklarheit, wo Projekte grundsätzlich möglich sind und wo nicht. Damit sollen punktuelle Einzelfallentscheidungen zugunsten einer planvollen Entwicklung zurücktreten.
⚠️ Maß und Mitte Die Ausweisung neuer Vorrangflächen ist kein Selbstzweck. Sie muss Versorgungssicherheit und Preisstabilität mit dem Schutz der Kulturlandschaft der Oberlausitz sowie den berechtigten Interessen der Anwohner in Einklang bringen. Transparente Kriterien, solide Umweltgutachten und ein realistisch abgestimmter Ausbaupfad sind dafür unerlässlich.
🔭 Ausblick Der Windkraft-Plan für die Oberlausitz rückt in die entscheidende Phase: Der Entwurf ist beschlossen, die öffentliche Einsicht ist für das Frühjahr 2026 angekündigt. Der Ablauf zeigt zugleich, dass Verfahrenstiefe und Rechtsqualität Zeit beanspruchen. Für Bautzen und Görlitz heißt das: Mehr Vorrangflächen kommen, doch erst der veröffentlichte Entwurf wird zeigen, wo die Region die Balance zwischen Energiewende und Heimat bewahren kann. Die politischen Leitplanken sind gesetzt, nun entscheidet die planerische Sorgfalt darüber, ob der Ausbau geordnet, verhältnismäßig und akzeptiert erfolgt.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Kurs kann nur überzeugen, wenn er mit Augenmaß verfolgt wird und die Oberlausitzer Kulturlandschaft spürbar schützt. Zwei Prozent sind eine Zielmarke, kein Freibrief für flächige Überformung. Akzeptanz entsteht durch belastbare Gutachten, klare Kriterien und einen Ausbaupfad, der Rücksicht vor Geschwindigkeit stellt. Wer Transparenz und Beteiligung ernst nimmt, stärkt Vertrauen und verhindert Polarisierung. Ordnung vor Eile bleibt das Gebot, wenn die Region ihre Identität wahren und zugleich ihren Beitrag zur Energieversorgung leisten soll.


