🔌 Stromausfälle nach Brandanschlag Nach dem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal in Berlin-Lichterfelde am 3. Januar 2026 sitzen zeitweise zehntausende Haushalte und zahlreiche Betriebe im Südwesten der Hauptstadt ohne Strom. Ein Bekennerschreiben, das einer Vulkangruppe zugeschrieben wird, kursiert auf einschlägigen Plattformen; die Behörden halten eine linksextremistische Motivation für naheliegend, prüfen die Authentizität jedoch weiter. Politisch wird die Tat als Angriff auf kritische Infrastruktur und damit als Terrorakt eingeordnet.
🧭 Profil der Vulkangruppen Vulkangruppen werden seit 2011 in Berlin und Brandenburg mit einer Serie professionell vorbereiteter Brand- und Sabotageakte gegen Energie-, Verkehrs- und Datenleitungen in Verbindung gebracht. Die Täter wählen wechselnde Namen, oft angelehnt an aktive Vulkane wie Eyjafjallajökull oder Hekla; Aufbau und Tonfall der Bekennerschreiben ähneln sich. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet das Milieu dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der linken Szene zu. Ziel ist es erklärtermaßen, den kapitalistischen Alltag zu stören und die Verwundbarkeit moderner Infrastruktur vorzuführen. Eine belastbare Mitgliederstruktur ist den Sicherheitsbehörden bis heute nicht bekannt.
🔥 Modus Operandi Die Angriffe richten sich gegen neuralgische Punkte wie Kabelschächte, Strommasten sowie Bahn- und Datennetze. Charakteristisch sind nächtliche Brandlegungen mit hohem Sachschaden und Folgeausfällen; die Täter entkommen bislang unerkannt.
🕰️ Serie seit 2011 In Berlin begann die Reihe mit einem Anschlag am Bahnhof Ostkreuz. Es folgten Attacken unter anderem 2018 in Charlottenburg gegen Starkstromkabel mit großflächigen Ausfällen sowie 2020 gegen das Heinrich-Hertz-Institut. Bis 2024 wurden der Gruppierung mindestens elf Taten zugerechnet.
🧾 Zielwahl und Begründungsmuster In den Bekennerschreiben wechseln die Begründungen zwischen Klimapolitik, Kriegen, Rüstungsexporten und Digitalkritik; konstant bleibt die Ablehnung reicher Milieus und der fossilen Energiewirtschaft. Im aktuellen Fall reklamieren die Verfasser eine Sabotage des Gaskraftwerks Lichterfelde; Stromausfälle seien demnach nicht Ziel, man entschuldige sich bei weniger Wohlhabenden und übe demonstrativen Zynismus gegenüber Villenvierteln. Sicherheitsbehörden werten die Texte als ideologische Rahmung eines klar strafbaren Vorgehens.
🏭 Verbindung zu Tesla-Fällen 2021 und im März 2024 wurden Sabotageakte gegen die Stromversorgung der Tesla-Gigafactory in Grünheide bekannt, die eine Vulkangruppe für sich reklamierte. Der Betrieb stand zeitweise still, die Schäden waren erheblich. Die jüngste Anschlagsserie in Berlin reiht sich methodisch in dieses Muster ein.
🕵️ Ermittlungsstand Trotz vereinzelt festgestellter Vorbereitungshandlungen gibt es bis heute keine gesicherten Zuordnungen zu konkreten Tätern oder Zellen. Ein Strategiepapier von 2015 und die stilistische Einheit der Bekennerschreiben sprechen aus Sicht der Behörden für einen festen Autorenkreis, der verschiedene Namen nutzt.
🛡️ Konsequenzen und Ausblick Die Vulkangruppen verbinden ideologischen Aktivismus mit gezielter Sabotage gegen zentrale Versorgungsadern und legen seit Jahren Sicherheitslücken offen. Der jüngste Anschlag zeigt, wie rasch linksextreme Täter erhebliche Folgeschäden für Bürger und Wirtschaft verursachen können. Für den Rechtsstaat bedeutet das lückenlosen Schutz kritischer Infrastruktur, schnelleres Forensik- und Lagebild, konsequente Strafverfolgung und eine nüchterne öffentliche Debatte, die die Propagandamuster der Szene nicht verstärkt. Solange Täterstruktur und Rückzugsräume unaufgeklärt bleiben, bleibt die Gefahr weiterer Angriffe real.
🗨️ Kommentar der Redaktion Wer kritische Infrastruktur anzündet, greift den Kern der öffentlichen Ordnung an und überschreitet jede rote Linie. Ideologische Rechtfertigungen sind nichts als verschleiernde Propaganda; strafbares Handeln bleibt strafbar, unabhängig von vermeintlichen Motiven. Der Staat muss kritische Netze engmaschig schützen, Täter schnell ermitteln und spürbar bestrafen, um Nachahmer abzuschrecken. Ebenso wichtig ist eine klare Sprache: Kein Verständnis, keine Verharmlosung, keine Bühne für Bekennerschreiben. Sicherheit zuerst, damit Bürger und Wirtschaft nicht erpressbar werden.


