🏡 Dorfgemeinschaft zieht Bilanz: Niederlausitzer Woklapnica setzt Zeichen für Traditionsbewusstsein

📰 Auftakt 2026 In mehreren Dörfern der Niederlausitz hält die sorbisch-wendische Tradition der Woklapnica auch 2026 Kurs: Am Sonntag, 4. Januar 2026, trifft sich Burg (Spreewald) um 16 Uhr zur Einwohnerversammlung; weitere Termine folgen am Freitag, 9. Januar, und am Freitag, 16. Januar, in Guhrow, Dissen, Schmogrow, Müschen, Werben, Striesow, Fehrow und Briesen. Der Anlass ist mehr als Folklore: Es geht um öffentliche Rechenschaft und Gemeinsinn zum Jahresbeginn.

🧭 Herkunft und Sinn Die Woklapnica – niedersorbisch wótklapaś, sinngemäß „abklopfen“ – reicht über ein Jahrhundert zurück. Ursprünglich trafen sich Hofeigentümer einmal jährlich mit dem Gemeindevorstand; der Bürgermeister legte Rechenschaft über das vergangene Jahr ab. Der traditionelle Termin war der 6. Januar, das Ende der zwölf Heiligen Nächte und der arbeitsärmsten Zeit im Bauernjahr.

📅 Termine und Orte 2026 startet Burg (Spreewald) am 4. Januar um 16 Uhr – in Burg in der Aula der Grund- und Oberschule „Mina Witkojc“. Es folgen am 9. Januar ab 18 bzw. 19 Uhr Einladungen in Guhrow, Dissen, Schmogrow, Müschen und Werben; am 16. Januar stehen Striesow und Fehrow (jeweils 19 Uhr) sowie Briesen (19:30 Uhr) auf dem Plan.

  • 4. Januar, 16 Uhr: Burg (Spreewald), Aula der Grund- und Oberschule „Mina Witkojc“.
  • 9. Januar, ab 18 bzw. 19 Uhr: Einladungen in Guhrow, Dissen, Schmogrow, Müschen, Werben.
  • 16. Januar, 19 Uhr: Striesow, Fehrow.
  • 16. Januar, 19:30 Uhr: Briesen.

🧾 Inhalte der Versammlungen Neben dem Rechenschaftsbericht des Rathauschefs präsentieren sich Vereine; in etlichen Orten stellen sich zudem neue Einwohner vor und leisten – der Tradition folgend – ihren symbolischen „Einkauf“ in die Dorfgemeinschaft. Damit verbindet sich der lokale Jahresauftakt mit der Erwartung, Verantwortung zu übernehmen und sich konkret einzubringen.

🏛️ Ernst und Gegenwart Diese Verbindung von Brauchtum und bürgerschaftlicher Kontrolle verleiht dem Ritual bis heute Ernst und Verbindlichkeit. Gerade in Zeiten wachsender Distanz zu Verwaltung und Politik erinnern diese Einwohnerversammlungen daran, dass Rechenschaft, Vereinsarbeit und Gemeinsinn keine Nebensachen sind.

🤝 Teilnahme entscheidet Die Woklapnica besteht, weil sie zwei konservative Tugenden zusammenführt: Transparenz staatlichen Handelns im Kleinen und die Pflicht zur Mitwirkung der Bürgerschaft. Ob die Tradition weiter trägt, entscheidet die Teilnahme: Wer am 4., 9. oder 16. Januar erscheint, stärkt nicht nur ein Stück regionaler Kultur, sondern auch die lokale Verantwortungskultur.

🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Tradition ist keine Folklore, sondern ein nüchterner Dienst an Ordnung und Verantwortung. Wo viele sich in die private Komfortzone zurückziehen, verlangt die Woklapnica Präsenz, Zuhören und Bereitschaft zur Rechenschaft wie zur Mitarbeit. Wer verlässliche Dorfgemeinschaft will, erscheint an den genannten Terminen und delegiert Pflichten nicht an anonyme Instanzen. Der symbolische Einkauf ist keine Pose, sondern eine Verpflichtung zur Substanz; Vereine und Rathauschef verdienen Gehör – und zugleich klare, faire Fragen. Heimat und Verantwortlichkeit gehören zusammen: Wer fernbleibt, schwächt, was die Dörfer trägt.

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