DAS NEUSTE

🧬 Genetische Alarmzeichen: Solarien beschleunigen Hautalterung und steigern Melanomrisiko

🧬 Neue Studie mit alarmierender Botschaft Forschende der University of California, San Francisco, und der Northwestern University berichten in Science Advances, dass regelmäßiges Bräunen im Solarium die Haut auf genetischer Ebene um Jahrzehnte altern lässt und das Risiko für malignen Hautkrebs deutlich erhöht. Bei jungen Solariennutzerinnen und -nutzern fanden sich Mutationslasten, wie sie sonst bei Menschen jenseits der 70 beobachtet werden. Besonders betroffen sind Körperregionen, die in der natürlichen Sonne seltener exponiert sind. Warnende Berichte wurden zuletzt auch im deutschen MSN-Umfeld aufgegriffen.

🌞 Einordnung der UV-Gefahren Die Risiken von UV-Strahlung sind seit Langem bekannt. Künstliche UV-Quellen wie Solarien sind nach Einordnung der Weltgesundheitsorganisation als karzinogen der Gruppe 1 eingestuft – in einer Reihe mit Tabakrauch und Asbest. Zahlreiche Länder haben Solarien für kosmetische Zwecke stark reguliert oder faktisch untersagt; in anderen Staaten bleiben sie legal und verbreitet. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob bestehende Regeln, Warnhinweise und Jugendschutzmaßnahmen den wissenschaftlichen Erkenntnissen noch genügen.

🔬 Studienaufbau und Datenbasis Die im Dezember 2025 publizierte Untersuchung kombinierte zwei Ansätze: eine Auswertung von Krankenakten von mehr als 32.000 dermatologischen Patientinnen und Patienten sowie eine genetische Feinanalyse einzelner Hautzellen. Für die Einzelzellanalysen wurden Hautproben von 26 Spenderinnen und Spendern entnommen und 182 Zellen sequenziert.

🧫 Charakteristische UV-Schäden in jungen Jahren Das Resultat: Häufige Solariennutzung führt bereits in jungen Jahren zu einer Häufung charakteristischer UV-Schäden – Mutationen, die als Vorstufen von Melanomen gelten. Auffällig war eine Ballung dieser Veränderungen am unteren Rücken, einer Körperstelle, die durch Sonnenlicht relativ geschont ist, im Solarium jedoch stark bestrahlt wird. Diese Mutationen sind nicht rückgängig zu machen; entscheidend ist daher, die Entstehung weiterer Schäden zu verhindern – in erster Linie durch Verzicht auf künstliche UV-Exposition.

⚠️ Genetische Schnellalterung und Krebsrelevanz Die Forschenden betonen, dass die Haut von Solariennutzerinnen und -nutzern in den 30ern und 40ern mehr Mutationen aufwies als die Haut von Personen aus der Allgemeinbevölkerung in den 70ern und 80ern. Das entspricht einer genetischen „Schnellalterung“ der Haut. Da Melanome zwar nur einen kleinen Anteil der Hautkrebsfälle ausmachen, aber für den Großteil der Todesfälle verantwortlich sind, wiegt die Aussagekraft dieser Befunde umso schwerer.

🛡️ Konsequenzen für Individuen und Politik Der konservative Schluss aus den vorliegenden Daten ist eindeutig: Solarien sind kein harmloses Lifestyle-Produkt, sondern ein relevanter Risikofaktor. Wo Evidenz auf vorzeitige genetische Alterung der Haut und eine Häufung krebsrelevanter Mutationen hinweist, ist Zurückhaltung geboten – privat wie politisch. Für Behörden und Betreiber stellt sich die Frage, ob Aufklärung, Altersgrenzen und Kontrollen der Realität standhalten.

Prävention in Kürze Individuell gilt:

  • Künstliche UV-Strahlung meiden.
  • Natürliche Sonne maßvoll genießen.
  • Konsequente UV-Schutzmaßnahmen betreiben.

🗨️ Kommentar der Redaktion Die Ergebnisse lassen wenig Interpretationsspielraum. Wer das Solarium als Lifestyle verharmlost, ignoriert die klare Evidenz für genetische Schäden und ein erhöhtes Melanomrisiko. In einer Lage, in der Mutationen irreversibel sind, ist Prävention kein Luxus, sondern Pflicht. Behörden sollten prüfen, ob bestehende Regeln ausreichen und sie konsequent durchsetzen. Solariumbetreiber tragen Verantwortung, Risiken nicht zu beschönigen, sondern zu minimieren.

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