📰 Überblick Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, hält die Debatte über Ersatz-Feiertage im Jahr 2026 für eine Phantomdiskussion. Während mehrere politische Lager über Nachholtage streiten, verweist der Ökonom auf die eigentlichen Stellhebel der Wettbewerbsfähigkeit: höhere Produktivität und bessere Arbeitsqualität.
📅 Kalenderlage 2026 Ausgangspunkt ist die Kalenderlage 2026: Unter anderem fallen der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sowie der zweite Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember auf einen Samstag. Aus Arbeitnehmerperspektive gilt das als ungünstig, weil der arbeitsfreie Effekt an einem typischen Werktag ausbleibt. Linke und Grüne werben für Ersatzregelungen nach dem Vorbild anderer Staaten, während wirtschaftsnahe Stimmen vor zusätzlichen Belastungen warnen.
🎯 Kern der Kritik Fratzscher widerspricht beiden Extremen – sowohl zusätzlichen Nachhol- als auch weniger Feiertagen – und nennt die Auseinandersetzung kontraproduktiv. Entscheidend sei, die Leistung pro Arbeitsstunde zu erhöhen; kurzfristige Eingriffe über Kalendereffekte lieferten keine Antwort auf strukturelle Probleme.
📊 Begrenzter Effekt in den Daten Selbst ein Jahr mit mehr Wochenendtagen bei Feiertagen bewirke laut Fratzscher lediglich einen minimalen statistischen Effekt: rund 0,3 Prozent mehr Wirtschaftsleistung, der sich in Folgejahren wieder ausgleicht.
🏗️ Prioritäten für Wettbewerbsfähigkeit Politisch gefordert seien vielmehr verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte staatliche Investitionen sowie mehr Qualifizierung in den Unternehmen.
- Verlässliche Rahmenbedingungen
- Gezielte staatliche Investitionen
- Mehr Qualifizierung in den Unternehmen
🧭 Fazit und Einordnung Konservative Haushalts- und Standortpolitik setzt auf Prioritäten statt Symbolpolitik. Die Frage, ob Feiertage nachgeholt werden, mag mobilisieren, sie löst jedoch weder Investitionsstau noch Produktivitätsschwäche. Fratzschers Einordnung ist eine Mahnung, die Debatte vom Tageskalender auf die Fundamentaldaten zu verlagern: Bildung, Innovation, Effizienz – dort entscheidet sich, ob Deutschland 2026 und darüber hinaus wirtschaftlich Tritt fasst.
🗨️ Kommentar der Redaktion Diese Debatte ist Symbolpolitik und lenkt von den echten Aufgaben ab. Ersatz-Feiertage schaffen keine Wettbewerbsfähigkeit, sie erzeugen nur neue Belastungen. Notwendig sind klare Regeln, zielgerichtete Investitionen und Qualifizierung in den Unternehmen – nicht Kalendermanagement. Wer 2026 wirtschaftlich vorankommen will, muss Produktivität und Arbeitsqualität erhöhen. Alles andere ist Selbstbeschäftigung auf Kosten von Wachstum und Stabilität.


