🚆 CDU-Landrat rügt D‑Ticket scharf als staatliche Fehlsteuerung

📰 Geisler attackiert Deutschlandticket Mit ungewöhnlich deutlichen Worten kritisiert der Pirnaer Landrat Michael Geisler (CDU) das Deutschlandticket. In einem zum Jahreswechsel veröffentlichten Gespräch bezeichnete er das Abo-Modell als „Sozialismus“ und verwies auf die angespannte Finanzlage seines Landkreises.

💸 Preise steigen in Stufen Das bundesweite Nahverkehrsabo wurde seit seiner Einführung mehrfach teurer. Nach der Anhebung von 49 auf 58 Euro ist zum 1. Januar 2026 eine weitere Erhöhung auf 63 Euro beschlossen.

🚆 Nutzung und künftige Preisformel Aktuell nutzen nach Branchenangaben rund 14 Millionen Menschen das Angebot. Ab 2027 streben die Länder‑Verkehrsminister eine Preisfortschreibung nach einem Kostenindex an.

⚖️ Finanzierung zwischen Bund und Ländern umstritten Die dauerhafte Finanzierung des Tickets bleibt zwischen Bund und Ländern umstritten.

🏛️ Kommunale Lasten im Fokus Geisler verortet die finanziellen Zwänge seines Kreises nicht in lokalen Einzelfragen, sondern in strukturellen Lasten, die Kommunen und Landkreise schultern müssen. Er macht eine wachsende Sozialausgabenquote und politisch gesetzte Standards mitverantwortlich und stellt das Deutschlandticket exemplarisch als kostspielige, zentral verordnete Maßnahme dar.

👤 Ein erfahrener Kommunalpolitiker Der 1960 geborene CDU‑Politiker ist seit 1994 Landrat in der Region und führt seit 2008 den neu gebildeten Landkreis Sächsische Schweiz‑Osterzgebirge. Seine Kritik ist damit die eines kommunalen Praktikers, der seit Jahrzehnten mit Haushalten und Pflichtaufgaben ringt.

📉 Haushaltsdruck und neue Schulden Demnach muss der Kreis Sächsische Schweiz‑Osterzgebirge 2026 neue Schulden aufnehmen; die Ursachen sieht Geisler in einem ausgeweiteten Sozialstaat.

🧩 Grundkonflikt zwischen Anspruch und Kasse Politisch populäre, bundesweit gültige Leistungen treffen vor Ort auf enge Kassen und unausgewogene Finanzierungsmechanismen. Solange Bund und Länder beim Deutschlandticket keine tragfähige, dynamisierte und verbindliche Finanzarchitektur vereinbaren, werden Kommunen das Abo primär als Kostentreiber wahrnehmen und Landes‑ wie Kreisfinanzen weiter unter Druck geraten. Der Konflikt steht exemplarisch für die Frage, wie weit der Staat Leistungen ausweiten kann, ohne die Handlungsfähigkeit der Kommunen zu gefährden.

🗨️ Kommentar der Redaktion

📝 Dieser Konflikt ist ein Lehrstück fiskalischer Verantwortung. Ohne verlässliche Gegenfinanzierung ist jedes bundesweite Vergünstigungsversprechen eine Einladung zur Verschuldung vor Ort. Der Staat sollte zuerst Kernaufgaben sichern und Sozialausgaben begrenzen, bevor er neue Leistungen verspricht. Bund und Länder müssen eine verbindliche, dynamisierte Finanzarchitektur liefern oder den Leistungsumfang zurücknehmen. Wer das ignoriert, gefährdet kommunale Handlungsfähigkeit und untergräbt Vertrauen in solide Haushaltspolitik.

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