🧭 Donbass als rote Linie: Putin zeigt Tauschbereitschaft – Kernforderungen bleiben

📰 Verhandlungssignale mit harten Linien Russlands Präsident Wladimir Putin sendet neue Signale für Gespräche, bleibt jedoch bei alten Bedingungen. Nach Berichten zeigte er sich grundsätzlich offen für einen teilweisen Gebietstausch in der Ukraine, beharrte zugleich darauf, dass der gesamte Donbass unter russische Kontrolle fallen müsse – sinngemäß: „Der Donbass gehört uns.“

🧭 Hintergrund und Lagebild Der russische Angriff auf die Ukraine dauert seit Februar 2022 an. Moskau beansprucht seit Jahren die Regionen Donezk und Luhansk und hatte im Verlauf des Krieges weitere Gebiete besetzt. Putin bekräftigte, ein künftiges Abkommen müsse auf Bedingungen basieren, die er 2024 formuliert habe: Abzug ukrainischer Truppen aus dem gesamten Donbass sowie aus den Regionen Saporischschja und Cherson und die formelle Absage Kyjiws an einen NATO‑Beitritt. Nach russischer Darstellung kontrolliert Moskau derzeit die Krim vollständig, etwa 90 Prozent des Donbass, rund drei Viertel von Saporischschja und Cherson sowie kleinere Teile weiterer Regionen.

📌 Briefing im Kreml Nach Angaben des Kommersant‑Kremlkorrespondenten Andrej Kolesnikow briefte Putin am späten Abend des 24. Dezember 2025 führende russische Unternehmer zu seinem Ansatz. Demnach sei ein „partial exchange of territories“ außerhalb des Donbass aus russischer Sicht nicht ausgeschlossen; der Donbass selbst bleibe allerdings nicht verhandlungsfähig. Wörtlich habe er bekräftigt, Russland sei weiterhin zu den Zugeständnissen bereit, die er in Anchorage gemacht habe – mit dem Kernsatz: „Der Donbass ist unser.“

☢️ Streitpunkt Saporischschja Parallel dazu wurden weitere Fragen umrissen: die Zukunft des russisch besetzten Kernkraftwerks Saporischschja sowie mögliche Modalitäten seiner Nutzung. Berichten zufolge wird eine gemeinsame russisch‑amerikanische Verwaltung der Anlage diskutiert; zudem soll es US‑Interesse an Krypto‑Mining in der Umgebung geben. Zugleich steht im Raum, die Ukraine teilweise mit Strom aus Saporischschja zu versorgen. Offizielle Bestätigungen liegen hierzu nicht vor; Moskau und Washington äußern sich zu Verständigungen aus einem Gipfel in Anchorage nur vage.

🤝 Kyjiw und US‑Vermittlung Auch auf ukrainischer Seite gibt es Bewegung, jedoch keine Annäherung bei den Kernfragen. Präsident Wolodymyr Selenskyj ließ verlauten, US‑ukrainische Gespräche über einen 20‑Punkte‑Plan seien vorangekommen; Einigkeit bestehe jedoch nicht bei russischen Forderungen nach Gebietsabtretungen im Donbass oder beim Status des ZNPP. Die US‑Vermittlungsbemühungen, die Präsident Donald Trump zugesagt hat, laufen über Sondergesandte; konkrete Textfassungen werden bislang unter Verschluss gehalten.

🎯 Fazit Putins jüngste Signale lesen sich wie taktische Flexibilität bei unveränderter strategischer Linie. Ein selektiver Gebietstausch außerhalb des Donbass wäre für Moskau allenfalls Beiwerk – die eigentliche rote Linie bleibt der vollständige Anspruch auf Donezk und Luhansk. Damit prallen unverändert unvereinbare Positionen aufeinander: Kyjiw lehnt territoriale Abtretungen ab; Moskau fordert sie als Voraussetzung. Solange Russland auf Maximalforderungen beharrt und zentrale Sicherheitsfragen – vom Status des Donbass bis zur künftigen Kontrolle der Atomanlage Saporischschja – ungeklärt bleiben, sind konkrete Fortschritte wenig wahrscheinlich. Die Gespräche mögen wieder in Gang sein; die Hürden zu einem tragfähigen Frieden sind weiterhin hoch.

🗨️ Kommentar der Redaktion Der Kern bleibt unverändert: Moskau fordert die Anerkennung seiner Ansprüche und präsentiert dies als Gesprächsbereitschaft. Ein Gebietstausch außerhalb des Donbass würde Prinzipien aushöhlen und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. Eine gemeinsame Verwaltung des Kernkraftwerks ohne klare Rückzugs‑ und Kontrollmechanismen wäre ein falsches Signal. Kyjiw darf zu Konzessionen unter Druck nicht gedrängt werden; echte Deeskalation beginnt mit überprüfbaren Schritten Moskaus. Diplomatie ist notwendig, aber nicht um den Preis von Souveränität und Rechtsgrundsätzen.

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