DAS NEUSTE

🪨 Unerwarteter Baggerfund in NRW: Archäologen sichern steinzeitliche Spuren bei Erschließung

📰 Fund bei Erschließungsarbeiten In Altenberge im Kreis Steinfurt stießen Bagger bei der Erschließung eines Baugebiets auf ein zunächst rätselhaftes Objekt. Fachleute der LWL-Archäologie identifizierten die Funde als steinzeitliche Relikte und zeigen damit, dass selbst in stark genutzten Landschaften archäologische Überraschungen möglich bleiben.

📍 Hintergrund und Lage Das Baugebiet liegt an der Bahnhofstraße. Nach Darstellung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe gelten steinzeitliche Fundstellen im Kernmünsterland aufgrund schwerer Lehmböden als selten. In Nordrhein-Westfalen werden Erschließungsmaßnahmen routinemäßig archäologisch begleitet, um kulturhistorisch relevante Spuren zu dokumentieren und zu sichern.

🪨 Funde im Überblick Gesichert wurde ein etwa 4.500 Jahre altes Fragment einer überschliffenen Feuersteinklinge aus dem Übergang von der Jungsteinzeit zum Metallzeitalter. Zusätzlich entdeckten die Archäologen ein Abfallstück aus der Herstellung sehr kleiner Pfeilspitzen, das in die Mittelsteinzeit (Mesolithikum, ca. 9.650–4.900 v. Chr.) datiert.

🚧 Fundumstände und Bewertung Die Funde stammen aus Abraum, der bei den Erschließungsarbeiten aufgetürmt wurde. Weil das Areal über Jahrzehnte landwirtschaftlich beansprucht wurde, ist die Fundschicht gestört; großflächige Ausgrabungen erscheinen daher wenig aussichtsreich.

🔎 Begleitung der Arbeiten Die LWL-Archäologie begleitet die weiteren Arbeiten und rechnet mit Einzelstücken, die das Bild des Fundplatzes präzisieren.

⚖️ Abwägung zwischen Bau und Denkmalschutz Der Fall illustriert die notwendige Balance zwischen zügiger Bauentwicklung und dem Schutz historischer Substanz. Besonnene Verfahren, transparente Kommunikation und die enge Einbindung der Fachbehörden sorgen dafür, dass Bauvorhaben planbar bleiben und gleichzeitig Funde von kulturgeschichtlicher Bedeutung ordnungsgemäß gesichert und bewertet werden.

💬 🗨️ Kommentar der Redaktion Wer baut, muss planen können; wer Geschichte findet, muss sie sichern. Beides gelingt nur mit klaren Verfahren, nüchterner Priorisierung und der verlässlichen Einbindung der Fachbehörden. Symbolpolitik und Alarmismus helfen weder den Bauherren noch dem Kulturerbe. Entscheidend ist, dass Funde zügig erfasst und bewertet werden, ohne Projekte in langwierige Großgrabungen zu treiben, die hier ohnehin wenig Aussicht versprechen. Rechtsstaatliche Ordnung, Transparenz und Disziplin sind die richtigen Leitplanken für dieses und künftige Vorhaben.

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