📰 Einleitung Der Vorstoß aus dem linken Lager, gesetzliche Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, grundsätzlich unter der Woche nachzuholen, hat eine heftige Debatte ausgelöst. Vertreter aus Wirtschaft und Union warnen vor Standortrisiken und einem falschen arbeitsmarktpolitischen Signal. Zugleich zeigen Leserreaktionen in reichweitenstarken Portalen eine deutliche Skepsis gegenüber zusätzlichen arbeitsfreien Tagen.
📌 Hintergrund Kern des Vorschlags: Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf Samstag oder Sonntag, soll ein Ersatztermin an einem Werktag gelten. Linken-Politiker Jan van Aken begründet dies mit Fairness gegenüber Beschäftigten; ähnliche Regelungen existieren in etlichen Ländern. Befürworter verweisen auf internationale Beispiele in Dutzenden Staaten, sehen eine Angleichung an europäische Praxis und eine vermeintlich arbeitnehmerfreundliche Korrektur.
🗳️ Politischer Vorstoß „Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf ein Wochenende, dann muss ein Ersatztermin her – unter der Woche, für alle“, sagte Jan van Aken. Ziel sei, zu verhindern, dass Beschäftigte in Jahren mit vielen Wochenend-Feiertagen schlechter gestellt sind.
💼 Ökonomische Einwände Die Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann (CDU), widerspricht scharf. Jeder zusätzliche Feiertag verursache einen Produktionsausfall in Milliardenhöhe; den Verlust beziffert sie pro Tag auf 8,6 Milliarden Euro. Deutschland könne sich „keine Feiertags-Mentalität“ leisten, lautet die ordnungspolitische Botschaft – in einer konjunkturell angreifbaren Lage müsse eher mehr gearbeitet werden.
🗣️ Stimmungslage in der Öffentlichkeit In einer großen Online-Debatte überwogen die kritischen Stimmen. Viele Leser verweisen auf Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und zusätzliche Belastungen für Mittelstand und Industrie. Befürwortende Beiträge betonen Fairnessgesichtspunkte und internationale Vorbilder, bleiben jedoch klar in der Minderheit.
🧩 Zentrale Streitpunkte Die Kontroverse verdichtet sich auf einige Kernfragen, die Befürworter und Kritiker gegensätzlich beantworten:
- Ausgleichsmechanismus als Frage der Fairness für Beschäftigte.
- Warnung vor Milliardenkosten und einem falschen arbeitsmarktpolitischen Signal.
- Mehrheitlich skeptische öffentliche Resonanz, Minderheit sieht internationale Vorbilder.
🧭 Einordnung und Folgen Der Impuls, „verlorene“ Feiertage auszugleichen, klingt populär – ökonomisch ist er riskant. Wer in Zeiten schwachen Wachstums, hoher Abgabenlast und Fachkräftemangels zusätzliche Ausfalltage gesetzlich festschreibt, erhöht die Kosten und sendet ein gegenläufiges Signal zur nötigen Leistungserneuerung am Standort Deutschland. Eine arbeits- und wettbewerbspolitisch solide Reformagenda würde andere Prioritäten setzen: Entlastung der Arbeit, Stärkung von Produktivität und Investitionen, weniger Symbolpolitik. Bevor neue freie Tage verordnet werden, braucht es belastbare Wirkungsanalysen – und den Mut, Wohlstand nicht mit „gefühlter Gerechtigkeit“, sondern mit mehr Wertschöpfung zu sichern.
🗨️ Kommentar der Redaktion Dieser Vorstoß verwechselt Gerechtigkeitsrhetorik mit verantwortlicher Arbeitsmarkt- und Standortpolitik. Zusätzliche Ausfalltage in einer fragilen Konjunktur schwächen Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit – genau das falsche Signal. Deutschland braucht weniger Symbolpolitik und mehr Bereitschaft zu Leistung, Investitionen und Verlässlichkeit. Wer Kompensation fordert, muss erst nachweisen, dass sie wertschöpfungsneutral ist und keine neuen Kostenlawinen lostritt. Bis dahin gehört der Plan in die Schublade.


