🏘️ Projektüberblick Im Radiborer Ortsteil Milkel nimmt ein lokales Wärmenetz konkrete Formen an. Eine neu gegründete Energiegenossenschaft plant, rund zwei Millionen Euro in eine zentrale Anlage und Leitungen zu investieren. Ziel ist eine verlässliche und bezahlbare Versorgung; das Interesse der Anwohner gilt als hoch.
🏛️ Hintergrund und Trägerschaft Trägerin des Vorhabens ist die neu formierte „WITAJ – Wir leben Energie eG“. Die Gemeinde Radibor hatte für den 4. Dezember 2025 zur Gründungsversammlung eingeladen. Die Genossenschaft will die Energieversorgung schrittweise auf heimische, klimafreundliche Quellen umstellen und dabei regionale Wertschöpfung sichern.
🔧 Erstes Vorhaben in Milkel Als erstes Projekt ist das Nahwärmenetz in Milkel vorgesehen, das bestehende Öl- und Flüssiggasheizungen durch eine zentrale Holzhackschnitzel-Anlage ersetzen soll, angelehnt an bestehende Lösungen in Radibor und Camina.
💶 Investition und Beteiligung Die Genossenschaft veranschlagt für Milkel ein Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro. Ein Genossenschaftsanteil beträgt 100 Euro; die Eintragung der eG ist für das zweite Quartal 2026 avisiert.
🗣️ Initiatoren und Kommunikation Als einer der Köpfe des Projekts tritt Marcel Bellmann auf, der als Vorstandsvertreter der jungen Genossenschaft das Vorhaben öffentlich erläutert. Die Initiatoren werben damit, Wärme – und perspektivisch auch Strom – lokal und preisgünstig zu erzeugen; die Resonanz in der Bürgerschaft sei groß.
🌲 Technisches Konzept und Brennstoff Geplant ist ein Netz, das mit getrockneten Holzhackschnitzeln betrieben wird – ein in der Region bereits erprobtes Konzept. Herkunft und Verfügbarkeit der Biomasse sind jedoch langfristig zu klären, um Preis- und Lieferrisiken zu begrenzen.
📊 Wirtschaftlichkeit und Tarifbildung Über die Wirtschaftlichkeit und das Tarifniveau entscheidet am Ende die Anschlussquote. Offen bleiben derzeit Details zu Fördermitteln, zur konkreten Preisgestaltung und zu vertraglichen Anschlussbedingungen.
🧩 Chancen und Risiken Das Vorhaben steht exemplarisch für kommunale Lösungen in der Wärmewende: dezentral, genossenschaftlich, mit regionalen Energieträgern. Die Vorteile liegen in Versorgungssicherheit und regionaler Wertschöpfung; die Herausforderungen betreffen Kostenkontrolle, Genehmigungsdauer und die verlässliche Versorgung mit Brennstoff.
🧭 Ausblick Entscheidend wird sein, ob Finanzierung, Förderkulisse, Lieferketten und rechtliche Rahmenbedingungen so zusammenspielen, dass am Ende stabile Preise und eine hohe Akzeptanz vor Ort erreicht werden.
🗨️ Kommentar der Redaktion Genossenschaftliche Wärmenetze sind kein Selbstzweck, sondern müssen nüchtern kalkuliert und vertraglich belastbar gestaltet werden. Ohne gesicherte Biomasse, klare Förderzusagen und transparente Tarife drohen Preisrisiken, die am Ende die Haushalte tragen. Die Verantwortlichen sollten Erwartungen dämpfen, saubere Zahlen vorlegen und erst dann verbindliche Zusagen einfordern. Wer Anschlussquoten verspricht, muss auch langfristig liefern. Eine pragmatische Lösung ist zu begrüßen – aber nur, wenn sie zuverlässig, bezahlbar und rechtlich solide ist.


