DAS NEUSTE

🚄 Lausitz drängt auf leistungsfähige Achse Dresden–Bautzen–Görlitz: Infrastruktur als Schlüssel zum Wandel

🚦 Konferenz bekräftigt Entwicklungsachse Auf einer Regionalkonferenz in Bautzen erneuerten Kommunalvertreter, Unternehmen und Wissenschaftler den Ruf nach einer leistungsfähigen Entwicklungsachse zwischen Dresden, Bautzen und Görlitz. Görlitz’ Landrat Stephan Meyer fordert einen Investitions- beziehungsweise Innovationskorridor, der die Modellregion Net Zero Valley mit belastbarer Infrastruktur und schnelleren Genehmigungen untersetzt, um internationale Investoren zu gewinnen. Die Lausitz reklamiert damit eine Vorreiterrolle in Europa – der Realitätscheck steht jedoch auf Schiene und Straße an.

🌱 Net Zero Valley als Beschleuniger Mit dem Kohleausstieg muss die Lausitz binnen weniger Jahre industrielle Strukturen neu aufbauen. Das neue Net Zero Valley Lausitz – nach Angaben der Länder Sachsen und Brandenburg das erste seiner Art in Europa – zielt auf definierte Flächen, gebündelte Verfahren und einen Fokus auf Batterie- und Speichertechnik, Wasserstoff sowie Netztechnologien. Doch ein Label ersetzt keine Trassen: Ohne belastbare Verkehrsachsen bleiben Wertschöpfungsketten fragmentiert und Ansiedlungen riskant.

Elektrifizierung als Nadelöhr Zentrales Nadelöhr ist die seit Jahrzehnten geforderte Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden–Bautzen–Görlitz. Eine Finanzzusage des Bundes fehlt; die Nutzen-Kosten-Untersuchung lag bei 0,7, weshalb das Projekt nicht im Vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans steht. Ohne elektrischen Ausbau bleibt die Achse hinter ihrem Anspruch zurück.

🏗️ Freistaat geht in Vorleistung Der Freistaat Sachsen hat Planungsmittel von über 20 Millionen Euro für den Abschnitt Dresden-Klotzsche–Demitz-Thumitz übernommen. Die Landesverwaltung drängt mit Verweis auf neue Rahmenbedingungen auf eine Neubewertung: das Deutsche Zentrum für Astrophysik in Görlitz, ein geplantes Bauforschungszentrum in Bautzen sowie die expandierende Mikroelektronik im Dresdner Norden.

📈 Wachstumserwartungen entlang der Achse Entlang der rund 100 Kilometer langen Strecke werden perspektivisch 45.000 zusätzliche Arbeitsplätze verortet. Zwischen Dresden und Bautzen stieg die Nachfrage bereits um 18 Prozent. Zusätzliche Güterverkehrspotenziale, unter anderem über das Alstom-Werk in Bautzen, werden erwartet. Ein neues Verkehrsprognosegutachten soll dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt werden.

📌 Messbare Etappen statt Projektvielfalt Der Anspruch, industrielle Dekarbonisierung und neuen Wohlstand zu verbinden, steht und fällt mit harter Infrastruktur und Planungsdisziplin. Für einen konservativen, haushaltsfesten Kurs gilt: erst Trasse, dann Takt. Nötig sind klare Prioritäten und überprüfbare Schritte:

  • Belastbarer Zeitplan für die Elektrifizierung der Achse
  • Gesicherte Finanzierung über alle Projektphasen
  • Beschleunigte Verfahren mit gebündelten Zuständigkeiten
  • Abgestimmtes Flächenmanagement entlang des Korridors

🧪 Realitätscheck auf der Achse Solange die Elektrifizierung ungeklärt ist und eine Finanzierungsentscheidung des Bundes aussteht, bleibt der Investitionskorridor ein Konzept auf dem Papier. Erst mit belastbaren Beschlüssen kann die Achse Dresden–Bautzen–Görlitz internationale Investoren verlässlich binden.

🗨️ Kommentar der Redaktion Ohne Trasse keine Transformation. Förderetiketten ersetzen keine Stromschiene und keinen Kapazitätsausbau. Die Politik muss Prioritäten setzen: erst Elektrifizierung, dann Taktverdichtung und Werbeslogans. Haushaltsdisziplin heißt, Zusagen erst nach Finanzierungsnachweis zu geben. Wer 45.000 zusätzliche Arbeitsplätze verortet, muss zuerst die Schiene liefern.

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