🚓 Großkontrolle im Grenzraum An der sächsischen Grenze zu Tschechien und Polen hat die Bundespolizei eine groß angelegte Kontrolle durchgeführt. Zwischen Zittau und Sohland an der Spree waren gleichzeitig mehrere Grenzübergänge besetzt, unterstützt von einem Hubschrauber. Im Fokus standen irreguläre Migration und Schleuserkriminalität; auffällige Aufgriffe blieben zunächst aus, es gab vornehmlich »Beifang«.
🏛️ Hintergrund der Maßnahme Seit 2023 setzt der Bund an mehreren Landgrenzen temporäre Binnengrenzkontrollen ein und verlängerte diese wiederholt. Am 12. Februar 2025 ordnete die Bundesinnenministerin eine erneute Verlängerung um weitere sechs Monate an. Die Bundespolizei koordiniert die Umsetzung an allen Landgrenzen mit dem Ziel, Schleusungen zu zerschlagen und irreguläre Einreisen zu reduzieren.
🚁 Kontrollpunkte und Vorgehen Die Schwerpunktaktion verlief entlang mehrerer Übergänge im Raum Zittau–Sohland. In der Zittauer Friedensstraße wurden Fahrzeuge und Insassen besonders engmaschig überprüft. Neben Streifenkräften kam Luftunterstützung zum Einsatz, um Bewegungen im Grenzraum zu beobachten und mobile Kontrollstellen zu steuern. Es blieb überwiegend bei Nebenfunden, die nicht unmittelbar mit Schleusung oder irregulärer Einreise zusammenhängen; konkrete Zahlen zu Aufgriffen oder Anzeigen wurden zunächst nicht genannt.
🔍 Einordnung und Sicherheitsperspektive Die Maßnahme unterstreicht den sicherheitspolitischen Anspruch, an neuralgischen Übergängen sichtbare Kontrolle und Handlungsfähigkeit zu zeigen. Auch wenn einzelne Schichten keinen »großen Fang« liefern, dienen solche Lagen der Abschreckung, der Störung krimineller Logistik und der konsequenten Durchsetzung bestehender Regeln. Dies gilt besonders in einem Raum, in dem Schengen-Freizügigkeit ohne wirksame Kontrollen an den Außengrenzen verwundbar bleibt.
📌 Fazit und Ausblick Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, Schwerpunktkontrollen im Dreiländereck fortzuführen und sie mit verdeckten Ermittlungen gegen Schleuser zu verzahnen. Die aktuelle Großkontrolle zeigt: Der Rechtsstaat steht im Grenzraum präsent – und bleibt es.
🗨️ Kommentar der Redaktion Grenzkontrollen sind kein Selbstzweck, sondern ein notwendiges Instrument, solange die Außengrenzen unzureichend geschützt sind. Wer Schleuserstrukturen austrocknen will, muss Präsenz zeigen – verlässlich, konsequent und mit klaren Folgen. Dass es diesmal überwiegend Nebenfunde gab, spricht nicht gegen Kontrollen, sondern belegt ihre präventive Wirkung. Wo der Staat sichtbar handelt, verliert organisierte Kriminalität an Spielraum. Schwerpunktkontrollen im Dreiländereck sollten verstetigt und durch verdeckte Maßnahmen vertieft werden.


