📉 Anstieg der Arbeitslosenquote Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten ist im September 2025 auf 4,4 Prozent gestiegen und liegt damit auf dem höchsten Stand seit Oktober 2021. Der offizielle Bericht des Bureau of Labor Statistics wurde am 20. November – und damit mehr als sechs Wochen verspätet – veröffentlicht, verursacht durch eine Unterbrechung der staatlichen Finanzierung. Zugleich legte die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft nur moderat zu, was ein deutliches Abkühlungssignal sendet.
🧭 Hintergrund und Einordnung Der Bericht fügt sich in das längerfristige Bild einer schrittweisen Normalisierung nach den außergewöhnlich starken Arbeitsmarktjahren 2022 und 2023. Im Jahresvergleich stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 7,6 Millionen; im September 2024 lag die Quote noch bei 4,1 Prozent. Für Oktober wird es keinen separaten Bericht geben; die nachgeholten Daten für November sollen am Dienstag, 16. Dezember 2025, um 8:30 Uhr ET erscheinen. Das erschwert Zwischenfazits und erhöht die Relevanz der September-Zahlen.
🧮 Beschäftigung nach Sektoren Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich im September um 119.000. Zuwächse trugen vor allem Gesundheitswesen, Gastronomie und Beherbergung sowie soziale Dienste; Rückgänge gab es im Transport- und Lagersektor sowie beim Bund.
- Zuwächse: Gesundheitswesen; Gastronomie und Beherbergung; soziale Dienste
- Rückgänge: Transport und Lager; Bund
📊 Strukturindikatoren Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verharrte bei 1,8 Millionen und machte 23,6 Prozent aller Arbeitslosen aus. Teilzeitbeschäftigte aus wirtschaftlichen Gründen beliefen sich auf 4,6 Millionen. Die Erwerbsquote lag nahezu unverändert bei 62,4 Prozent; das Verhältnis Beschäftigung/Bevölkerung bei 59,7 Prozent. Zusammengenommen deuten diese Kennzahlen auf einen kühleren, aber nicht kollabierenden Arbeitsmarkt hin.
🗂️ Besondere Datenlage Das Statistikamt weist auf eine Sondersituation hin: Die Erhebung für September war teils abgeschlossen, teils wurden Daten elektronisch nachgemeldet. Der Oktober-Bericht entfällt vollständig. Die Aufbereitung der November-Zahlen benötigt verlängerte Erhebungs- und Bearbeitungszeiten.
🏛️ Ausblick und Implikationen Die USA stehen an einem arbeitsmarktpolitischen Wendepunkt. Eine auf 4,4 Prozent gestiegene Arbeitslosenquote bei zugleich verhaltenem Stellenaufbau mahnt zu Nüchternheit. Verzerrungen durch den Haushaltsstopp ändern nichts am Grundtrend eines sich abkühlenden, nicht aber einbrechenden Arbeitsmarkts. Für Unternehmen bedeutet das vorsichtige Personalplanung und Fokus auf Produktivität. Für die Geld- und Fiskalpolitik gilt: Datendisziplin vor Aktionismus – belastbare Schlüsse lassen sich erst mit den für den 16. Dezember angekündigten November-Zahlen ziehen.
🗨️ Kommentar der Redaktion Der Anstieg auf 4,4 Prozent ist kein Anlass für Panik, aber ein klarer Weckruf. In einer Phase erhöhter Unsicherheit ist Zurückhaltung bei geld- und fiskalpolitischen Schnellschüssen geboten. Priorität haben Produktivität, Kostendisziplin und die Stärkung der Angebotsseite, nicht neue Programme. Unternehmen sollten Personalentscheidungen nüchtern und mit Blick auf Effizienz treffen. Die Politik sollte warten, bis die November-Daten vorliegen, und dann auf Basis belastbarer Evidenz entscheiden.


