📱 Digitaler Aufbruch im Zisterzienserkloster: Marienstern modernisiert Besucherführung

📰 Projektstart in Panschwitz-Kuckau Das Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau startet eine Digitaloffensive mit einem neuen digitalen Informations- und Leitsystem sowie multimedial erweiterten Ausstellungsbereichen. Ziel ist eine zeitgemäße Ansprache der Besucher, zugleich betont die Äbtissin, digitale Mittel seien eine Ergänzung und kein Bruch mit der klösterlichen Tradition. Der Freistaat Sachsen unterstützt das Vorhaben mit rund 200.000 Euro; begleitend stehen Apps mit allen relevanten Informationen in den gängigen Stores bereit. Das Projekt wurde offiziell gestartet und am 10. Dezember 2025 von Radio Lausitz berichtet.

🕰️ Jahrhunderte der Kontinuität St. Marienstern ist seit 1248 als Zisterzienserinnen-Abtei bezeugt, stand früh unter landesherrlichem Schutz, erlebte ab 1270 eine Hauptbauzeit und bestand trotz der Plünderungen von 1429 fort. Die Klosteranlage prägt bis heute das religiöse und kulturelle Leben der Oberlausitz.

🧭 Digitales Leitsystem Kern der Strategie ist ein verlässliches, barrierearmes Informations- und Leitsystem, das Besucher auf dem Gelände und in den Gebäuden sicher führt und Orientierung bietet.

🎛️ Multimediale Ausstellungsräume Ausstellungsbereiche werden multimedial erweitert, um Inhalte didaktisch klarer, vielfältiger und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich zu vermitteln, ohne die geistliche Substanz des Ortes zu überdecken.

📱 Begleitende Apps Ergänzend bündeln Apps die wichtigsten Informationen, unterstützen die Besuchsvorbereitung und ermöglichen eine vertiefende Auseinandersetzung vor Ort und im Nachgang.

💶 Finanzierung und Rahmen Das Vorhaben wird im Projekt St. Marienstern Innovativ mit etwa 200.000 Euro aus Landesmitteln getragen. Für eine denkmalgeschützte Klosteranlage ist dies ein relevanter, aber nicht überbordender Betrag: ausreichend für sichtbare Verbesserungen und zugleich ein Test, ob digitale Lösungen in sakralen Räumen dauerhaft tragfähig sind.

🛠️ Betrieb und Folgekosten Entscheidend wird die Folgekostenlogik: Betrieb, Wartung, Updates und die Schulung des Personals binden Ressourcen, die im Non-Profit-Betrieb verlässlich bereitstehen müssen, damit die Technik nicht zum Selbstzweck wird.

🛡️ Konservative Leitplanken Inhaltlich ist der Ansatz konservativ-kompatibel: Technik dient dem Zweck, nicht umgekehrt. Gleichwohl bleiben Prüfsteine, die konsequent zu adressieren sind: Wie wird Datenschutz praktisch umgesetzt, wie wird Barrierefreiheit jenseits der App gewährleistet, etwa für Senioren ohne Smartphone, und wie viel Bildschirm verträgt ein kontemplativer Raum, ohne seine Atmosphäre zu verlieren.

🔭 Ausblick Marienstern wählt einen maßvollen, zweckorientierten Weg mit digitaler Orientierung, multimedialer Vermittlung und begleitenden Apps, finanziert aus Landesmitteln. Gelingt die Umsetzung mit Respekt vor Raum, Ritual und Ruhe, kann das Kloster seine Zugänglichkeit erhöhen, ohne sein Profil zu verwischen. Maßstab ist weniger der schnelle Start als der leise, zuverlässige Betrieb über Jahre: Technik als Dienerin der Tradition, nicht als ihr Ersatz.

🗨️ Kommentar der Redaktion Ein Kloster ist kein Erlebnispark, und genau deshalb ist der zurückhaltende Kurs richtig. Digitalisierung darf dort nur dienen, wo sie Orientierung und Bildung verbessert, nicht wo sie Stille und Andacht verdrängt. Datenschutz, analoge Alternativen und klare Wartungsbudgets sind keine Kür, sondern Pflicht. Wer sakrale Räume mit Bildschirmen überzieht, verliert das Wesentliche; wer Maß hält, stärkt die Anziehungskraft. Marienstern setzt das richtige Signal: konservativ in der Haltung, pragmatisch in der Umsetzung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.