📰 Berlin-Zagreb setzt auf Leopard 2A8 In Berlin wurde am 10. Dezember 2025 eine Absichtserklärung über den Erwerb von 44 Kampfpanzern des Typs Leopard 2A8 bekanntgegeben. Die Ankündigung erfolgte bei einer gemeinsamen Pressebegegnung von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković. Damit bindet sich Zagreb enger an die deutsche Rüstungsindustrie und setzt klar auf NATO-Standardisierung im schweren Gerät.
🤝 Politische Einordnung Die Entscheidung ist ein klares Signal der Annäherung an deutsche Technologie und gemeinsame Bündnisstandards. Sie fügt sich in eine europäische Aufrüstungs- und Angleichungsbewegung ein, die Interoperabilität, Versorgungssicherheit und gemeinsame Ausbildung in den Mittelpunkt stellt.
🧭 Strategischer Hintergrund Kroatien richtet seine Streitkräfte seit Jahren verstärkt auf westliche Systeme aus. Für kleinere NATO-Staaten ist die Bündelung auf etablierte Plattformen sicherheitspolitisch wie ökonomisch sinnvoll, weil Fähigkeiten im Verbund verlässlich geplant, betrieben und weiterentwickelt werden können.
🧩 Verbund statt Insellösungen Die Standardisierung schafft planbare Strukturen über Landesgrenzen hinweg. Im Mittelpunkt stehen besonders:
- Ersatzteile verlässlich verfügbar halten
- Munition abgestimmt beschaffen und bevorraten
- Wartungskapazitäten effizient bündeln
- Ausbildung gemeinsam auf einem System standardisieren
📝 Charakter des MoU Zunächst handelt es sich um ein Memorandum of Understanding zwischen Deutschland und Kroatien über 44 Leopard 2A8. Solche Vereinbarungen markieren politischen Willen und Rahmen; Details zu Preis, Zahlungsplan, Lieferlosen, Ausbildung, Munition und Logistik folgen in nachgelagerten Vergabeschritten.
🕒 Vom Willen zum Vertrag Entscheidend ist nun, wie schnell aus der Absicht eine belastbare, haushalterisch abgesicherte Beschaffung mit realistischem Zeitplan wird. Dazu gehören der Aufbau von Instandsetzung, eine verlässliche Ausbildungspipeline und ein belastbarer Ersatzteilpool.
🇩🇪 Sicht der Bundesregierung Die Bundesregierung bewertet den Schritt als Beitrag zur NATO-Fähigkeitsbildung und zur weiteren Integration Kroatiens in gemeinsame Systeme. Politisch wurde die Verständigung in Berlin entsprechend flankiert.
🛡️ Fähigkeitsanspruch In einem Umfeld wachsender Unsicherheit gilt: Wer glaubwürdig abschrecken will, muss Fähigkeiten zügig verfügbar machen und diese über Jahre hinweg nachhaltig finanzieren. Der Leopard gilt in Europa als Referenzsystem für den schweren Kampf der verbundenen Waffen.
📊 Bewährungsprobe Konservativ betrachtet bleibt die Bewährungsprobe operativ und finanziell. Ohne belastbare Verträge, klare Liefertermine, Ausbildungspipeline und Folgekosten-Deckung drohen Verzögerungen und Fähigkeitslücken.
🗨️ Kommentar der Redaktion Die Entscheidung ist richtig und setzt auf bewährte europäische Technologie mit klarem Bündnisnutzen. Symbolische Ankündigungen reichen jedoch nicht; jetzt zählen unterschriftsreife Verträge und haushalterische Verbindlichkeit. Jede Verzögerung gefährdet die Verfügbarkeit und schwächt die Abschreckung. Logistik, Ersatzteile und Ausbildung müssen von Beginn an verbindlich abgesichert werden. Wer europäische Handlungsfähigkeit ernst meint, liefert termingerecht und verlässlich statt nur Überschriften zu produzieren.


