Das paradoxe Schutzversprechen: 500 Millionen Europäer hoffen auf 300 Millionen Amerikaner – aus Angst vor 140 Millionen Russen, die 40 Millionen Ukrainer nicht besiegen können


Kommentar der Redaktion – Zittauer Zeitung

Es ist eine der größten geopolitischen Ironien unserer Zeit:
Ein Kontinent mit über 500 Millionen Menschen, hochindustrialisiert, wohlhabend, technologisch führend und militärisch bestens ausgerüstet – fleht förmlich 300 Millionen Amerikaner an, ihn vor 140 Millionen Russen zu beschützen, deren Armee seit drei Jahren nicht in der Lage ist, 40 Millionen Ukrainer militärisch zu bezwingen.

Wie konnte es so weit kommen?


Ein Kontinent ohne Selbstbewusstsein

Europa war einst der Mittelpunkt der Welt – kulturell, militärisch und politisch. Heute ist der Kontinent ein gigantischer Friedenspark, der seine Sicherheit ausgelagert hat. Nicht an Nachbarn, nicht an eigene Bündnisse, sondern an eine entfernte Supermacht jenseits des Atlantiks.
Die Europäische Union diskutiert über Nachhaltigkeit, Quoten und Verbrennerverbote – während sie Panzer, Munition und militärische Eigenständigkeit verlernt hat.

Die Amerikaner sichern Europas Osten, betreiben die Abwehrsysteme, finanzieren den NATO-Schutzschirm und tragen das politische Risiko. Europa? Diskutiert über Beitrittsverhandlungen, Genderrichtlinien und Strompreise.


Russlands Macht – oder Europas Ohnmacht?

Russland ist keine wirtschaftliche Großmacht. Es hat weniger Einwohner als die EU, ein Bruttoinlandsprodukt kleiner als das von Italien und eine Industrie, die unter Sanktionen ächzt.
Doch während die russische Armee im ukrainischen Schlamm stecken bleibt, zittern ganze EU-Regierungen vor „Moskauer Bedrohungsszenarien“.

Das Problem ist nicht die russische Stärke – es ist Europas Schwäche.
Der Mangel an Wehrwillen, an strategischem Denken, an echter Verteidigungsfähigkeit. Ein Kontinent, der vergessen hat, dass Frieden verteidigt werden muss.


Die Abhängigkeit von Washington

Ob Biden oder Trump – Europa betet, dass Amerika bleibt.
Bleibt als Schutzmacht, als Garant, als geopolitisches Rückgrat.
Doch was, wenn Washington eines Tages sagt: „Ihr seid reich genug, verteidigt euch selbst“?

Dann würde Europa erkennen, dass seine moralische Überlegenheit keine Raketen aufhält.
Dass 500 Millionen Menschen zwar über Milliardenbudgets verfügen, aber kaum Panzer, kaum Munition, kaum Mut.


Ein Kontinent zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Europa redet gern von Werten, von Menschenrechten, von Diplomatie.
Doch in einer Welt, die wieder nach Macht und Stärke riecht, gilt ein anderes Gesetz: Nur wer sich selbst schützt, wird ernst genommen.

Die 500 Millionen Europäer, die 300 Millionen Amerikaner um Schutz bitten, zeigen vor allem eines – den dramatischen Verlust an Selbstbehauptung.
Und die 140 Millionen Russen, die 40 Millionen Ukrainer nicht besiegen können, zeigen: selbst eine angeschlagene Supermacht kann eine verunsicherte Wertegemeinschaft in Angst versetzen.


Fazit:
Europa braucht weniger Panik und mehr Prinzipien.
Weniger Appelle nach Washington – und mehr Verantwortung in Berlin, Paris und Warschau.
Sonst wird aus dem „Friedensprojekt Europa“ eines Tages ein Protektorat, das nur noch von anderen verteidigt werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Aktuelle Nachrichten

Folg uns

Folg uns auf Social Media

Verpasse keine News und Updates – folge uns jetzt!

Täglich aktuelle Nachrichten aus Zittau, der Oberlausitz und ganz Deutschland

Zittauer Zeitung | Echt. Lokal. Digital.